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Breakfast & Books auf der Berlinale: Verlage aus sieben Ländern präsentieren erstmals Bücher vor internationalen Filmproduzenten

Die Buchbranche hat Stoffe, die die Filmbranche sucht. Auf der Berlinale haben die Frankfurter Buchmesse und die Internationalen Filmfestspiele Berlin nun beide Branchen aktiv zusammengebracht: 13 Verlage und Agenturen aus sieben Ländern hatten am gestrigen Dienstag, 14.2., die Gelegenheit, in organisierten Pitchings ihre Bücher mit Verfilmungspotential vor rund 50 Filmproduzenten aus aller Welt zu präsentieren.

Die Veranstaltung fand im Rahmen des Berlinale Co-Production Market und in Zusammenarbeit mit dem Kuratorium junger deutscher Film statt. Das anschließende Frühstück nutzten Verleger, Agenten und Produzenten für intensive Gespräche. Sowohl die Vertreter der Buchbranche als auch die Filmschaffenden zeigten sich über die Veranstaltung äußerst zufrieden. „Dieses Branchentreffen war ein extrem interessantes Forum mit einem breiten Spektrum an Stoffen, von denen ich persönlich drei weiterverfolgen werde“, sagte Collina Film-Produzent Ulrich Limmer. Neben Krimis aus Deutschland, der Ukraine und Schweden haben Verlage und Agenturen u.a. auch Kinderbücher aus den Vereinigten Staaten und Großbritannien und ein politischer Roman aus dem Libanon vorgestellt.

Berlinale-Direktor Dieter Kosslick und Buchmesse-Chef Juergen Boos haben die als „Breakfast & Books“ betitelte Veranstaltung gemeinsam eröffnet. „Unsere gemeinsame Initiative zeigt Erfolg. Beide Branchen nehmen die organisierten Plattformen für das Geschäft mit Filmstoffen begeistert an. Nicht nur in Berlin, auch auf der Frankfurter Buchmesse wollen wir weiterhin Filmschaffende und Buchverleger zusammen bringen.“, so Boos.

Die Kooperation der Berlinale mit der Frankfurter Buchmesse ist in ihrem zweiten Jahr noch deutlich enger: Erstmals hat die Frankfurter Buchmesse auch einen Gemeinschaftsstand auf dem European Film Market im Martin-Gropius-Bau organisiert, einem der wichtigsten Treffpunkte der internationalen Filmindustrie mit 254 Ausstellern.

30 Verlage und Agenturen aus acht Ländern präsentierten am Stand der Buchbranche ihre Stoffe und Bücher. Die Buchmesse hat darüber hinaus erstmals einen Film Rights Catalogue veröffentlicht, in dem der Filmbranche mehr als 100 Titel aus Verlagen von Aufbau bis Suhrkamp, Rowohlt bis Diogenes vorgestellt werden. Viel Laufkundschaft am Stand und stetiges Kontakte schmieden bestätigen das Konzept. „Das Wichtigste in diesem Geschäft ist die Präsenz“, sagte Thomas Zeipelt vom Suhrkamp Verlag. Die Chance mit Filmproduzenten in Kontakt zu treten habe er mittlerweile drei Mal im Jahr: auf der Frankfurter Buchmesse, der Berlinale und den Münchner Filmwochen.

Wie bereits im vergangenen Jahr hat Sydney Levine, Leiterin der Hollywood-Agentur FilmFinders, Mitarbeiter der Buchbranche über den European Film Market geführt und ihnen interessante Einblicke in das Filmgeschäft gegeben – zum Beispiel dass 15 Prozent der rund 2.000 auf der Berlinale präsentierten Filme auf Buchvorlagen basieren.

Wie das Buch den Weg auf die Leinwand findet – das wurde in der Veranstaltung „Case Study: Elementarteilchen“ deutlich. Bei der Podiumsdiskussion am Montag, 13.2., im Abgeordnetenhaus Berlin sprachen u.a. Regisseur Oskar Roehler und Patrice Hoffmann, Verlagsvertreter von Editions Flammarion, über Produktion und Marketing-Strategien des Films, der auf Basis des Bestsellers von Michel Houellebecq entstanden ist.
Die Frankfurter Buchmesse und die Internationalen Filmfestspiele Berlin hatten sich im Herbst 2004 zur Kooperation entschlossen, um gemeinsam spannenden Stoffen den Weg zu ebnen, nach ihrem Erfolg als Buch in den Kinos eine zweite Karriere zu machen.

Die Frankfurter Buchmesse ist mit mehr als 7.200 Ausstellern aus 101 Ländern die größte Buchmesse der Welt. Sie organisiert darüber hinaus die Beteiligung deutscher Verlage an mehr als 25 internationalen Buchmessen und ist Mitbegründerin der Cape Town Book Fair in Südafrika. Mit www.buchmesse.de unterhält sie das weltweit meist genutzte Portal für die Verlagsbranche. Die Frankfurter Buchmesse ist ein Tochterunternehmen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

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