Hamid Sadr erhält für sein aktuelles Buch »Der Gedächtnissekretär« (Deuticke 2005) in der Kategorie Literatur den diesjährigen Anerkennungspreis zum Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch 2005. Der Anerkennungspreis ist mit 2000 Euro dotiert und wird vom Renner-Institut verliehen.
Hamid Sadr gehört zu den wichtigen Exilschriftstellern des Iran. Geboren 1946 in Teheran, ging er 1968, nach Veröffentlichung einiger Werke in Persien, ins politische Exil nach Österreich. Er studierte an der Universität Wien Chemie und Politikwissenschaften und erhielt 1995 die österreichische Staatsbürgerschaft. Sadr ist seit 1967 Mitglied des immer noch verbotenen Schriftstellerverbands im Iran und seit 1980 Mitglied im Rat der „National Movement of the Iranian Resistance“. 1994 erschien im Deuticke Verlag der Roman »Gesprächszettel an Dora«. Hamid Sadr lebt in Wien. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit arbeitete Hamid Sadr u.a. mit den Filmemachern Jacques Bral und Samuel Fuller zusammen. 2000 erhielt er das Österreichische Staatsstipendium.
»Der Gedächtnissekretär« erzählt die Geschichte eines Iraners, der sich für ein ungewöhnliches Projekt engagieren lässt: er soll Herrn Sohalts Fotos des zerbombten Wien in einem Buch sammeln und dafür die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Aufnahmen und der Zeit herstellen. Der nachgeborene, in der Stadt fremde Sekretär, der zunächst mit großer Distanz an seine Aufgabe herangehen kann, erliegt ihr Stück für Stück. Er wird mehr und mehr von dem Gefühl, dabei gewesen zu sein, überwältigt.
Anerkennungspreise zum Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch erhielten u.a. bislang Wolfgang Petritsch und Hans Weiss (Schwarzbuch Markenfirmen, Deuticke 2001).
Die Preisverleihung findet am Montag, 23. Januar 2006, um 19 Uhr in der Kunsthalle am Karlsplatz, Treitlstraße 2, 1040 Wien, statt.








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