Heute geht die Tagung der Vereinigten Verlagsauslieferung – Verlegerdienst München (VVA-VM) in Hamburg zu Ende. In einer Edellocation am schönen Elbestrand hat Stephan Schierke, Geschäftsleiter der Bertelsmann Arvato-Tochter VVA, die neuen Logistikpläne des Gütersloher Unternehmens [mehr…] konkretisiert. Fast im Zeitplan kündigte er die Fertigstellung der neuen Förderanlage bis Frühjahr 2007 an. Mit einem damit verbundenen Systemwechsel wolle die VVA die Logistik der Verlagsauslieferung neu erfinden, warb Schierke erneut für das Konzept.
„Nicht mehr Mann zur Ware, sondern Ware zum Mann“ lautet die Marschrichtung der VVA. In dem neuen Lager werden die Bücher nicht mehr nach Verlagen in den Regalen zu finden sein, sondern die Buchtitel nach Abverkaufzahlen in A-, B-, C- und D-Titel eingeteilt. A-Titel sollen in einem sich ständig drehenden Wannenhochregal mit 25 000 Wannen gelagert werden. Die Bücher werden computergesteuert herausgesucht und über Förderbänder zum Einpackplatz gefahren, so Schierke.
Mit der 10 Millionen teuren neuen Logistik erhofft sich der VVA-Geschäftsführer einen Wettbewerbsvorsprung von fünf Jahren, da man sich zahlreiche Entwicklungsrechte gesichert habe, so Schierke. Lange Wege der Mitarbeiter im Lager würden damit vermieden und ein Kosten-, Qualitäts-, und auch ein Geschwindigkeitsvorteil erzielt, zählt Schierke die Vorteile auf.
„Wir wollen damit keine Barsortimentsfunktion übernehmen“, wehrte Schierke Spekulationen ab und begründete: „Dafür werden wir auch in Zukunft nicht ausgelegt sein“.
Vorteil für die Buchhändler: Mit der neuen Anlage ließen sich die Sendungen auch verlagsübergreifend bündeln und an die Buchhandlungen in einem Packstück ausliefern.
„Durch Verbesserungen in der Logistik könnten weitere Einsparpotentiale auch für Buchhändler erreicht werden“, sagte Schierke. Über das Tagungsthema, „Bündeln, um zu splitten“ kam eine rege Diskussion auf. Allerdings bleiben die Verleger auf die Frage von Helena Bommersheim von Bommersheim Consulting: „Wer geht mit wem in die Kiste?“, auffallend wortkarg.
Anne von Bestenbostel von der Buchhandlung Bestenbostel und Tom Kirsch von Buch & Kunst, die als Referenten geladen waren, forderten die Verlage auf, den Weg frei zu machen, Rechnungen und Packstücke zu vereinheitlichen.
Michael Gilles vom DuMont Kalenderverlag stellte bereits eine entsprechende Initiative von 10 Kalenderverlagen vor.
MK







