Ein großer Autor der deutschen Jugendliteratur lebt nicht mehr: In der Nacht zum 15. November ist nach langer Krankheit der Autor und Übersetzer Hans-Georg Noack im Alter von 79 Jahren gestorben. Das teilte heute die nach ihm benannte Stiftung in Würzburg mit. Hans-Georg Noack war einer der bedeutendsten Autoren des Ravensburger Buchverlages.

Generationen von Schülern haben seine Romane gelesen: Rolltreppe abwärts, Trip oder Hautfarbe Nebensache machten Noack zu einem der meistgelesenen Jugendbuchautoren im deutschsprachigen Raum. Allein „Rolltreppe abwärts“ verkaufte sich über 2,2 Millionen Mal. Beeindruckend auch seine Arbeit als Übersetzer: Der von ihm ins Deutsche übertragene Roman ]Die Welle] von Morton Rhue ist inzwischen ein Jugendbuchklassiker.
„Mit Hans-Georg Noack verlieren wir einen unserer profiliertesten Auto-ren“ sagt Renate Herre, Verlagsleiterin des Ravensburger Buchverlages. „Sein Werk ist ein wichtiger Teil unserer verlegerischen Tradition. Er wird uns fehlen“.
Hans-Georg Noack wurde am 12. Februar 1926 in Burg bei Magdeburg geboren. Nach der Schule und einem abgebrochenen Lehrerstudium wurde er zur Wehrmacht einberufen. Von 1944 bis 1947 arbeitete er als Kriegsgefangener bei der YMCA (CVJM) in Brüssel. Anschließend war er als Dolmetscher am Internationalen Jugendinstitut der UNESCO tätig, war eine Zeit lang Privatsekretär von Professor Elly Ney und gründete dann eine eigene Konzert- und Gastspieldirektion. In dieser Zeit entstanden auch seine ersten Jugendbücher. Von 1959 bis 1973 arbeitete Noack als freischaffender Schriftsteller und Übersetzer. 1973 übernahm er die literarische Leitung des Herrmann-Schaffstein-Verlags in Dortmund. Von 1980 bis 1992 war Hans-Georg Noack Verlagsleiter im Arena-Verlag.
Noack glaubte an die Vernunft und die Erziehbarkeit des Menschen und daran, dass Literatur dazu beiträgt, den Menschen klüger zu machen. Er wollte den heutigen Jugendlichen seine Erfahrungen nahe bringen, ihnen andererseits aber auch helfen, ihre eigenen Probleme auszudrücken. An diesen Auftrag glaubte er bis zum Schluss. Seine 1996 gegründete Jugendstiftung soll seine Ideen und Vorhaben weiter tragen.