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26. Geschwister-Scholl-Preis an „Die fremde Braut“ von Necla Kelek

Necla Kelek erhielt am Montag für ihr Buch „Die fremde Braut. Ein Bericht aus dem

v.l.n.r. Dr. Heribert Prantl,
Necla Kelek, Christian Ude,
Dr. Rosemarie von dem Knesebeck

Inneren des türkischen Lebens in Deutschland“ den Geschwister-Scholl-Preis 2005.

Vor 600 geladenen Gästen nahm die türkisch-deutsche Soziologin den mit 10.000 Euro dotierten Preis entgegen. Überreicht wurde er von den beiden Stiftern, vertreten durch Dr. Rosemarie von dem Knesebeck, Vorsitzende des Landesverbands Bayern im Börsenverein des Deutschen Buchhandels, und dem Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München Christian Ude. Dr. Heribert Prantl, selbst Geschwister-Scholl-Preisträger von 1994, hielt die Laudatio.

Die große Aula und der fest mit den Geschwistern Scholl verbundene Lichthof der Ludwig-Maximilians-Universität München boten den festlichen Rahmen für die Feierstunde und den anschließenden Empfang.

In ihrem Buch „Die fremde Braut“ beschreibt und verurteilt Necla Kelek die Praxis von Zwangsheirat und arrangierten Ehen. „Necla Kelek konfrontiert uns mit Verstößen gegen die Grundrechte von türkischen Bürgerinnen, die mitten unter uns leben“, heißt es in der Begründung der Jury. Damit stelle sich die Frage: „Wo verläuft in Deutschland die Grenze zwischen gebotenem Respekt vor kultureller Differenz und falsch verstandener Toleranz?“ „Mit Necla Keleks „Die fremde Braut“, so die Jurybegründung weiter, „wird ein Buch mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet, das vom persönlichen Mut und der geistigen Unabhängigkeit der Autorin zeugt, bürgerliche Freiheit fördert, dem gesellschaftlichen Verantwortungsbewusstsein Impulse gibt und einen wichtigen Beitrag zur Vertiefung der Integrationsdebatte leistet.“

Heribert Prantl beschrieb Necla Keleks Buch als einen „Faustschlag auf den Schädel. Der soll uns aufwecken, uns die Augen öffnen – und uns zeigen, was wir nicht akzeptieren dürfen: Dass mitten unter uns Zehntausende von jungen türkischen Frauen wohnen, die das Wort Gleichberechtigung nicht sprechen, nicht schreiben und nicht leben können.“

Informationen zum Geschwister-Scholl-Preis sowie die Laudatio von Dr. Heribert Prantl sind unter www.buchhandel-bayern.de nachzulesen (oder durch Klick auf das Foto).

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