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Gestern wurden bei einer ideenreichen Veranstaltung fünf Heidelberger Jubiläums-Leander verliehen

Leander-Logo

Am gestrigen Sonntag wurde der Heidelberger Leander verliehen. Der von Gabriele Hoffmann, Inhaberin von Leanders Leseladen in Heidelberg, initiierte Preis zeichnet seit 2000 Kinder- und Jugendbuch-Autoren aus, die mit ihren Büchern in besonderer Weise die Leselust der Kinder entwickeln und fördern.

Jeweils ein echt goldenes Katzenköpfchen ging an:

Rotraut Susanne Berner für ihre „Winter-, Frühlings-, Sommer-, und Herbst-Wimmelbücher“ (Gerstenberg)
Die Begründung: Berners gesamtes Wimmelbuch-Konzept ist so einmalig und kostbar, dass mit dem Jubiläumspreis die Fülle von Bilder-Geschichten, die Kinder aus diesen Büchern erlesen können, ausgezeichnet wird. (Berner hat übrigens auch das Leander-Logo gestaltet, s. Abb.)

Ein eigens für R.S. Berner komponierter Wimmelbuch-Song begeisterte bei der Preisverleihung Publikum und Künstlerin: „ … in Wimmelbüchern ist es wie verhext,/ denn sie haben keinen Text … Wimmelbücher sind vonnöten/ für Legastheniker und Analphaböten.“

Axel Scheffler (Illustrationen)/ Monika Osberghaus (Übersetzung) für den „Grüffelo“ (Beltz & Gelberg)
Die Begründung: Text und Illustrationen, die eine listige Maus gewitzt mit ihrer Angst vor größeren Tieren umgehen lassen, werden von Kindern bejubelt: Wenn der tumbe GRÜFFELO schlotternd das Weite sucht, sind die Kurzen endlich einmal richtig glücklich, selbst klein zu sein.

Wunderbar: Der Grüffelo kam persönlich vorbei und nach der szenischen Umsetzung ist klar: Dieses Buch ergreift die Kinderherzen.

Tilde Michels für „Gustav Bär“ (Arena) und „Es klopft bei Wanja in der Nacht“ (Ellermann/ dtv junior).
Die Begründung: Warum nicht Bücher prämieren, die seit Jahrzehnten kleinen Lesern Mut machen? Alle Kinder, die Tilde Michels ‚Gustav Bär’ kennen lernen, lieben ihn sofort und sie sind, wenn ein gegebenes Versprechen gehalten wird, genauso glücklich wie der Hase, der Zuflucht findet beim Jäger ‚Wanja’: „Tilde Michels schreibt sich mit ihrem Geschichten so tief in die Kinderseelen, dass sie sie ein Leben lang begleiten werden.“

Die Kinder der Heidelberger Pestalozzischule hatten Wanja als Theaterstück eindrucksvoll umgesetzt, mit kreativem Einsatz Figuren gebastelt, Stimmen geprobt und das tragbare Bühnenbild designt – schöner kann einer Autorin nicht gezeigt werden, dass ihre Bücher die Fantasie beflügeln.

Margarete McAllister für „Urchin von den Sternschnuppen“ (Berlin Bloomsbury)
Die Leander-Testleserkinder wissen immer schon vor den Erwachsenen, ob ein Buch ein Klassiker wird. Bei Urchin haben sie es auf den Punkt gebracht: „Genau so muss ein Buch sein! Dieses Buch macht Lust auf alle weiteren Urchin-Abenteuer.“

Die englische Autorin war eigens zur Preisverleihung angereist und bedankte sich mit einer Lese-Kostprobe auf Deutsch bei ihrem Publikum.

Joachim Masannek für seine Reihe „Die wilden Fußballkerle“ (Baumhaus/ dtv junior)
Er wurde besonders dafür ausgezeichnet, dass er mit seinen Romanen so viele wilde Kerle, die bislang nicht(s) gelesen haben, dazu bringt, sich hinzusetzen und ein Buch zu lesen.

Das bewies das zwölfköpfige Team einer Sinsheimer Hauptschule, die Passagen aus „Leon“ mit Begeisterung zum Besten gaben. Masannek bedankte sich für den Leander mit den ehrlichen Worten, dass er kurz davor war, die Hoffnung zu begraben, vom Schreiben leben zu können, als der Zuspruch wilder Kerle-Leser ihn davor rettete.

Kinder brauchen Bücher, aber die Autoren brauchen ebenso sehr ihre Leser. Gabriele Hoffmann und ihr Team beweisen seit 25 Jahren, wie man Kindern Bücher, die von Herzen kommen, mittels Fantasie und eigner Lese-Leidenschaft vermittelt. Gratulation!

Gabi Strobel

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