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Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Barbara Frischmuth

Die österreichische Schriftstellerin und Übersetzerin Barbara Frischmuth wird am 14. November 2005 mit dem „Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln“ ausgezeichnet.

Die Begründung der Jury: „Barbara Frischmuth erkundet in ihrem Werk das sensible Verhältnis von westlicher und islamischer Welt, von europäischem Selbstverständnis und orientalischer Kultur. Sie tritt für ein verständnisvolles Umgehen und ein Lernen voneinander ein. Gerade in einer Zeit der wachsenden Fronten ist ein differenzierter Blick auf Leben, Religion und Denkweisen anderer Länder neu gefordert. Barbara Frischmuths literarisches Werk gibt uns die Mittel dazu in die Hand.“

Barbara Frischmuth wurde am 5. Juli 1941 in Altaussee (Steiermark) geboren und studierte ab 1959 zunächst Englisch und Türkisch, dann Ungarisch und Türkisch (Dolmetsch) an der Universität Graz, erhielt 1963 ein Dolmetsch-Diplom in Türkisch und 1964 einen Abschluss als akademisch geprüfte Übersetzerin, 1964–66 studierte sie Orientalistik ohne Abschluss in Wien. Seit 1966 ist Frischmuth hauptberuflich Schriftstellerin und Übersetzerin und erhielt zahlreiche Auszeichnungen (u. a. Österreichischer Kinder- und Jugendbuchpreis 1972, Anton Wildgans Preis 1973, Franz Nabl Literaturpreis 1999).

In ihren Erzählungen, Romanen und Theaterstücken setzt sie sich mit der Situation der Frau in der Arbeitswelt auseinander und behandelt die Begegnung von orientalischer und westlicher Kultur. Darüber hinaus hat sie zahlreiche Werke aus dem Englischen und Ungarischen übersetzt.

Der Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln wird seit 1990 im Rahmen der Österreichischen Buchwoche an AutorInnen verliehen, die sich in ihrem Werk und durch ihr Engagement für Toleranz gegenüber den anderssprachigen und kulturell anders geprägten Nachbarn in herausragender Art und Weise eingesetzt haben und somit einen Beitrag zu einem friedlichen Miteinander in Europa geleistet haben. Er ist mit 7.200 Euro dotiert und wird vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels gemeinsam mit dem Fachverband der Buch- und Medienwirtschaft vergeben.

Die bisherigen Preisträger sind: Milo Dor, Viktor Frankl, Inge Merkel, Kardinal Franz König, Gerhard Roth, Simon Wiesenthal, Hugo Portisch, H. C. Artmann, Christine Nöstlinger, Sir Peter Ustinov, Josef Haslinger, Karl Markus Gauß, Ilse Aichinger, Konrad Paul Liessmann und Erich Hackl.

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