Diesen offenen Brief hat die Kurt Wolff Stiftung an Dr. Michael Schön vom MVB gesandt:
Sehr geehrter Herr Dr. Schön,
als Vorstandsmitglied der Kurt-Wolff-Stiftung muß ich gegen die Entscheidung der MVB, aus dem im Internet öffentlich zugänglichen VLB die ISBN herauszunehmen, energisch protestieren.
Die Gründungsmitglieder der Kurt-Wolff-Stiftung sind empört nicht nur über die Vertragsverletzung, die die MVB damit begeht, sondern auch über den Versuch der MVB, die Attraktivität der Kauf-Ausgaben über eine Verschlechterung der frei zugänglichen Ausgabe zu steigern. Die Verlage zahlen einen erheblichen Beitrag zur Listung ihrer Titel im VLB, und sie tun dies aus gutem Grund: Das VLB ist das wichtigste Werbe- und Marketing-Instrument im Internet, insbesondere für die kleineren und wissenschaftlichen Verlage, deren Titel nicht vollständig von den Barsortimenten geführt werden. Wir können nicht hinnehmen, daß interessierte Buchkäufer nicht alle relevanten Informationen über das öffentlich zugängliche VLB bekommen. Auch die Coverabbildungen und Informationstexte, die die Verlage für das VLB bereitstellen, gehören dazu. Die MVB hat eine Branchenaufgabe zu erfüllen, hier kann Profitmaximierung nicht die Richtschnur sein. Haben Sie vergessen, mit welcher Vehemenz die Verlage erst vor wenigen Jahren die Versuche der Barsortimente abgewehrt haben, ein Konkurrenzprodukt zu etablieren?
Die Verlage der Kurt-Wolff-Stiftung erwarten, daß die derzeitige Rücknahme Ihrer Maßnahme nicht als Moratorium anzusehen ist, sondern als dauerhafte Entscheidung.
Mit freundlichen Grüßen
Vittorio Klostermann
vek@klostermann.de