Bayern und NRW zögern noch, die umstritte Rechtschreibreform einzuführen:
Es mache keinen Sinn, die Reform zum 1. August verbindlich einzuführen und schon im nächsten Jahr wieder Änderungen vorzunehmen, sagte der bayerische Ministerpräsident der „Bild am Sonntag“ laut Vorabbericht. Er wolle warten, bis der Rat für Rechtschreibung in den nächsten Monaten seine Empfehlungen für Korrekturen vorlege, da er diese übernehmen wolle. Auch die anderen Bundesländer sollten sich wie Bayern in der Frage verhalten.
Die Rechtschreibreform soll vom kommenden Schuljahr an für den Unterricht in Deutschland in Teilen verbindlich werden. Lediglich in den Bereichen, zu denen der Rat für deutsche Rechtschreibung noch Änderungswünsche vorlegen könnte, gelte die alte Schreibweise bis auf weiteres nicht als falsch, hatte die Kultusministerkonferenz Anfang Juni mitgeteilt. Die 1996 beschlossene Rechtschreibreform war von Anfang an stark umstritten und wurde von namhaften Schriftsteller sowie Zeitungen und Zeitschriften letztendlich abgelehnt.
Und http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,365382,00.html
Bildungspolitik
Bayern und Nordrhein-Westfalen stoppen Rechtschreibreform
Bayern und Nordrhein-Westfalen wollen als erste Bundesländer die für den 1. August vorgesehene verbindliche Einführung der Rechtschreibreform verschieben. Damit scheren die beiden einwohnerstärksten Länder aus.
Und laut SPIEGEL ONLINE erklärte NRW-Kultusminister Siegfried Schneide nach Rücksprache mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber am Freitag, er wolle die bisher geltende Übergangsfrist, in der neben den neuen auch die alten Schreibweisen gültig waren, „bis auf weiteres verlängern“. NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers schloss sich laut SPIEGEL der Entscheidung Bayerns sogleich an.
Schneider und Rüttgers wollen dem Rat für deutsche Rechtschreibung entgegenkommen, der seit Ende vergangenen Jahres an Korrekturen des Reformwerks arbeitet und seine Beratungen noch nicht abgeschlossen hat. „Wir wollen den Empfehlungen des Rates zum Erfolg verhelfen“, sagte Rüttgers. Kultusminister Schneider geht davon aus, „dass der Rat innerhalb eines Jahres zu tragfähigen Lösungen kommen wird“.
Niedersachsen will sich am Dienstag entscheiden.