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Büchermenschen und ihre Dämonen: Georg Müller-Ausstellung jetzt in Leipzig

Erinnern Sie sich noch? Im vergangenen Jahr ging nach viermonatiger Dauer im

Rainer Schmitz,Eva von Freeden, Jürgen Fischer (v.l.)

Münchner Literaturarchiv Monacensia eine Ausstellung zu Ende, die uns alle anging: Das Leben und das gigantische Werk des früh verstorbenen Verlegers Georg Müller (1877 bis 1917).

Die drei Münchner Müllerianer Eva von Freeden, Jürgen Fischer und Rainer Schmitz (siehe Foto) hatten anlässlich des 100. Gründungsjahres des Verlages Archive ausgewertet und ihre vor allem von Paul Renner gestalteten herrlichen „Georg Müller Bücher“ gezeigt.

Diese viel beachtete Ausstellung Sein Dämon war das Buch. – Der Verleger Georg Müller 1903-1917 kann man nun wieder im Museum für Druckkunst Leipzig erleben. Sie wurde auf 300 Quadratmeter erweitert und neu konzipiert.

Zur Vernissage am vergangenen Freitag waren über 200 Besucher gekommen. Vor den interessierten und z.T. sehr fachkundigen Gästen (es tagte in Leipzig gerade die Typographengesellschaft) würdigte Prof. Christoph Stölzl, der nicht mehr nur hinter der Hand als neuer Kulturstaatsminister gehandelt wird, Georg Müller in einer fulminanten Laudatio, die mit außerordentlich großem Beifall aufgenommen wurde.

Das Museum für Druckkunst Leipzig ist ohnehin eine Reise wert. Es wurde 1993 als Werkstattmuseum eingerichtet, um – aufbauend auf der Sammlung Schumacher-Gebler – das kulturelle Erbe der Druckkunst und der Druckindustrie zu bewahren. Seine Ausrichtung als „tätiges Museum“, in dem veranschaulicht wird, wie Schriften entstehen, Bleilettern gegossen, gesetzt und gedruckt werden, ist in seiner Vielfalt einzigartig. Der Reichtum an Schriften und Schriftmatrizen reicht bis ins 16.Jahrhundert zurück. Prägewerkzeuge, Buchbinder- und Druckmaschinen aus den letzten beiden Jahrhunderten sind Teil der Sammlung.

Im Rahmen der Ausstellung können die Besucher neben den außergewöhnlich schönen Büchern des Verlegers Georg Müller die handwerkliche Qualität der damaligen Buchherstellung bewundern und sowohl den ästhetischen Reiz der Bücher als auch den sinnlichen Eindruck der Maschinen und des Geruchs von Druckerschwärze, Blei, Zinn und Öl wahrnehmen.

Die Ausstellung ist bis 16. Oktober zu sehen.
Museum für Druckkunst, Nonnenstrasse 38
Öffnungszeiten : Montag bis Freitag von 10.00 bis 17.00 Uhr,
Sonntag 11.00 bis 17.00 Uhr

Eintritt: 3 Euro/1,50 (ermäßigt)

NB: Das Begleitbuch: „Sein Dämon war das Buch. Georg Müller – ein Münchner Verleger“ („edition monacensia“ im Allitera Verlag München) wurde herausgegeben von Eva von Freeden und Rainer Schmitz und liegt in einer erweiterten und verbesserten Neuauflage vor (24.- Euro)

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