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Fachgruppenversammlung Verbreitender Buchhandel: Themen im SoA / Schulbuchgeschäft / Innenstädte der Zukunft

In der Fachgruppenversammlung des Verbreitenden Buchhandels im Rahmen der Buchhändlertage gaben zunächst u.a. Rudolph Braun-Elwert und Ilona Rehme einen Überblick über die Themen, die den Sortimenterausschuss beschäftigen.

So bestehen z.B. Bestrebungen, Ebooks in die Preisbindung aufzunehmen. Die Frage, wie ein Mängelexemplar zu definieren sei, steht auf der Agenda. Mit der MVB steht man in Gesprächen über die Praktik, dass die MVB Endkunden im Direktmarketing einen Rabatt von 20 Prozent auf ein Börsenblatt-Abo einräumt. Das Endkundengeschäft sei nicht Aufgabe der MVB, so Rehme, und auch die Herausnahme des Börsenblatts aus der Preisbindung sei kein gutes Signal für die Branche.

Thomas Wrensch, Inhaber der Buchhandlung Graff in Braunschweig, und Christian Sprang, Justistiar des Börsenvereins, gaben anschließend einen Überblick über den derzeitigen Stand des Schulbuchgeschäfts und seine Zukunft. Einige ihrer Thesen: Die Lernmittelfreiheit sei ein Auslaufmodell und spätestens in drei Jahren eher die Ausnahme. Der Wegfall der Lernmittelfreiheit und die Einführung von Mietmodellen führe jedoch tendeziell zu Mehrumsätzen in Buchhandlungen – durch vermehrte Elternkäufe, damit einhergehende steigende Kundenfrequenz und letzlich auch Mitnahmekäufe. Die Vermietung von Schulbüchern wird derzeit über die Schulen abgewickelt, Wrensch und Sprang warnten Buchhändler davor, solche Mietmodelle selbst anzubieten und abzuwickeln – zum einen wegen eines enormen Arbeitsaufwandes, zum anderen wegen urheberrechtlicher Bedenken.

In einem weiteren Referat äußerte sich Bernd Falk, HonRICS – Institut für Gewerbezentren, Starnberg, zur Zukunft der Innenstädte aus der Sicht des Einzelhandels. Einige Zahlen: Die Anzahl der traditionellen Fachgeschäfte sei von 35,4 Prozent in 1995 auf 23,8 Prozent in 2005 geschmolzen. Der Anteil der serviceorientierten Handelstypen gegenüber den diskontorientierten lag 1995 noch bei 57 zu 43 Prozent, 2005 gibt es ein 50-50 Verhältnis.

Thema auch bei Falk: Shoppingcenter. Bis Ende 2005 wird es in Deutschland 325 regionale Shopping Center mit einer Fläche ab 15.000 qm geben. Derzeit sind in 52 Prozent der Center ab 8.000 qm Buchhändler vertreten, an der Spitze Weltbild plus, gefolgt von Thalia und Hugendubel. Als Handout lieferte Falk zwei Checklisten zum Buchgeschäft in einem Shopping-Center.

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