Am 21.5.2005 wurde in Wiesbaden die DeLiA 2005, der Preis für den besten deutschsprachigen Liebesroman des Vorjahres vergeben.
In diesem Jahr war der Preis, der von DeLiA, dem Verein der deutschsprachigen Liebesromanautorinnen und – autoren verliehen wird, erstmals mit € 1.000,- dotiert.
Die Jury kürte zwei Sieger: „Ein unmoralisches Sonderangebot“ von Kerstin Gier (Bastei-Lübbe-Verlag) und „Sommersturm“ von Olaf Büttner (Sauerländer Verlag)
Wie Sophie Berg, die neue Vorsitzende von DeLiA [mehr…], hervorhob, sei die Tatsache, dass eine Komödie und ein Jugendbuch sich diesen Preis teilen, ein „willkommener Beweis dafür, wie vielfältig und vielschichtig das Genre „Liebesroman“ ist“.
Der Roman „Sommersturm“ erzählt die Lebens- und Liebesgeschichte eines 15 jährigen Jungen Julian. Und als Parallelgeschichte die seiner Tante Betty, die den Teenager nach dem Tod des Vaters bei sich aufnimmt. Das bewegte Liebesleben der 31-jährigen Betty, die bindungsunfähig von einem Partner zum nächsten schlittert, hat seine dunklen Gründe in der Vergangenheit. Die Verknüpfung von Liebesneigung und Liebesfähigkeit ist psychologisch fundiert und geschickt durchstrukturiert.
Die Jury beeindruckte, wie es Olaf Büttner gelingt, sämtliche Fäden zu einem gelungenen Ganzen zu verbinden: Er führt seine Leser zurück in die Familiengeschichte und zeigt auf diese Weise die Ur- und Abgründe der Entwicklung seiner Protagonisten. Seine Figuren bleiben stets glaubwürdig, ihre Handlungsweisen ergeben sich aus ihren (negativen) Erfahrungswerten. Dennoch öffnet Büttner zum Schluss eine Tür und lässt beide Protagonisten ihren Weg finden.
Olaf Büttner lebt an der Nordsee. Er hat Sozialwesen studiert und arbeitet als Sozialpädagoge mit behinderten Kindern und Jugendlichen. Daneben schreibt er Bücher für Jugendliche und Erwachsene.
Kerstin Gier:Ein unmoralisches Sonderangebot
Der reiche, aber geizige Fritz verlangt von seinen Söhnen für sechs Monate die Frauen zu tauschen. Dafür winkt er mit einer Million Euro. Die Protagonisten lassen sich auf dieses Spiel ein. Und der Leser fragt sich im Lauf der Geschichte: Ist diese Idee wirklich so seltsam und bösartig, wie es am Anfang den Anschein hat?
Der Stil der Autorin passt zur Geschichte. Er ist witzig, aber nie banal, die Sprache pointiert gesetzt. Die Hauptfiguren sind sympathisch und sehr lebendig. Das Buch ist kurzweilig, vergnüglich und sehr gut strukturiert. Die Jury überzeugte auch das geschickte Plotting, das die Geschichte zügig vorartreibt und keine Langeweile zulässt. Leute so gekonnt zum Lachen zu bringen ist eine Kunst.
Kerstin Gier studierte zunächst Germanistik, Anglistik und Philosophie, wechselte später zu Erziehungswissenschaften und dem Zusatzstudiengang Kommunikationspsychologie/Medienpolitik. Ihr erster Roman „Männer und andere Katastrophen“ wurde mit Heike Makatsch in der Hauptrolle verfilmt. Heute lebt Kerstin Gier als freie Autorin mit Mann und Sohn im Bergischen Land.