Home > News > Geschäftsleitung und Betriebsrat des Club Bertelsmann einigen sich auf Interessenausgleich und Sozialplan / Anhebung der Wochenarbeitszeit auf 42 Stunden und Gehaltskürzungen /Gemeinsamer Appell an Mitarbeiter, den Plänen zuzustimmen

Geschäftsleitung und Betriebsrat des Club Bertelsmann einigen sich auf Interessenausgleich und Sozialplan / Anhebung der Wochenarbeitszeit auf 42 Stunden und Gehaltskürzungen /Gemeinsamer Appell an Mitarbeiter, den Plänen zuzustimmen

Geschäftsleitung und Betriebsrat des Club Bertelsmann haben sich nach über zweimonatigen Verhandlungen auf einen Interessenausgleich und Sozialplan verständigt [mehr…]. Der Sozialplan sehe für alle von dem Umbau betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter „sehr umfassende Kompensationen und konkrete Hilfestellungen vor“, teilt der Club mit.

Marc Oliver Sommer, Geschäftsführer Der Club Bertelsmann, und Heinz Willikonsky, 1. Vorsitzender des Betriebsrates von Der Club Bertelsmann: „Die Gespräche sind bei aller Ernsthaftigkeit in der Sache konstruktiv und partnerschaftlich im Sinne der Bertelsmann Unternehmenskultur verlaufen. Die jetzige Vereinbarung schafft die Voraussetzung dafür, dass der Club eine zukunftsorientierte und wettbewerbsfähige Struktur erhält.“

Wie bereits angekündigt, werden vier eigenständige Einheiten gegründet: Kunden-Service (Call Center u.ä.), Vertrieb (Filialen), Club-Services (Supply Chain Management, Buchhaltung u.ä.) sowie Programm- und Marketing. Vorgesehen ist der Umzug der Programm- und Marketingabteilung mit rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nach Berlin.

Der Umzug soll ab Juli erfolgen, die Auswahl des Gebäudes an einem zentralen Standort in Berlin sei in vollem Gange. Die drei anderen Einheiten sollen am Standort Rheda verbleiben, auch die Kundenbetreuung.

Insgesamt muss der Club rund 70 Stellen einsparen. Auf betriebsbedingte Kündigungen solle dabei „wenn möglich“ verzichtet werden. Ausgenommen hiervon seien Mitarbeiter, die den ab 1999 abgeschlossenen Standortsicherungsvereinbarungen nicht beigetreten waren.

Das eingerichtete Bertelsmann-interne Arbeitsamt hat seine Arbeit aufgenommen und die ersten Club-Mitarbeiter bereits in andere Unternehmen am Standort vermitteln können. Jede Geschäftseinheit soll Einsparungen in Höhe von insgesamt rund 20 Prozent erbringen. Für alle Einheiten gilt die Anhebung der Wochenarbeitszeit auf 42 Stunden ab dem 1. Oktober. Im Kunden-Service mit 115 Ganztages-Arbeitsplätzen (entspricht rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern) sollen keine Stellen gestrichen werden. Die Einsparungen sollen erreicht werden durch Gehaltskürzungen.

Im Gegenzug für den Gehaltsverzicht haben sich Geschäftsleitung und Betriebsrat auf eine Teilabfindung für 22 Monate geeinigt, das entspricht rund fünf Monatsgehältern. Zudem bietet das Unternehmen den Betreuungsmitarbeiterinnen und –mitarbeitern eine neue Standortsicherungsvereinbarung mit einer Laufzeit von fünf Jahren an. In dieser Zeit dürfen keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen werden.

Für die Filialkette und die Club-Services ist ebenfalls eine Kürzung von Gehalt und verschiedenen Prämiensystemen vorgesehen. Die Programm- und Marketingabteilung wird dagegen die meisten Stellenkürzungen zu verkraften haben. Im Gegenzug wird es eine Standortsicherungsvereinbarung für die drei Einheiten von jeweils zwei Jahren geben. Weihnachts- und Urlaubsgeld bleiben erhalten.

Voraussetzung für die Umsetzung dieser Vorhaben ist die Zustimmung des Großteils der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Geschäftsleitung und Betriebsrat appellierten deshalb an ihre Kolleginnen und Kollegen, dem vorgelegten Plan ihre Zustimmung zu erteilen, damit die rasche wirtschaftliche Gesundung des Unternehmens gelingen kann.

Geschäftsleitung und Betriebsrat erarbeiten derzeit ein Erfolgsbeteiligungsmodel nach dem Vorbild anderer Bertelsmann-Firmen, das den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nach erfolgter Gesundung des Unternehmens am wirtschaftlichen Erfolg finanziell beteiligt.

Im Rahmen des Kostensenkungsprogramms im mittleren zweistelligen Millionenbereich tragen die jetzt vereinbarten Personaleinsparungen zu einem Fünftel zu dem Gesamtpaket bei.

Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Anzeige