Vor einem Jahr erst gegründet, hat gestern in den Räumen von Gräfe und Unzer in München das dritte Treffen des AkR stattgefunden.
Hinter dem Kürzel AkR verbirgt sich der Arbeitskreis Ratgeberverlage im Börsenverein – einer von inzwischen zehn Gruppierungen, die sich unter dem Dach ihres Vereins treffen, um sich trotz in der Regel kräftigen Konkurrenzverhaltens über gemeinsame Ziele zu informieren.
Das ist sicher einer der wichtigsten Gründe, warum sich der Kreis der Ratgeberverlage, der erst vor rund einem Jahr von Georg Kessler (Gräfe und Unzer), Matthias Ulmer (Ulmer Verlag), Hartwig Schneider (blv) und Heiko Windfelder (Kosmos) ins Leben gerufen wurde , heute schon rund 40 Ratgeber-Labels unter seinem Dach vereint und damit mit rd. 17 Prozent Marktanteil ein gehöriges Gewicht in die Markt-Waagschale werfen kann.
Denn das gemeinsame Problem: Das Image des Ratgebers ist zu sehr Nutzen-orientiert und wird mit dem Wort „praktisch“ in eine Ecke gedrängt, die wenig Flair und auch wenig Leidenschaft fürs Produkt ausstrahlt – und damit auch den Produzenten das Gefühl gibt, vom Handel zu wenig geliebt zu werden. Und um dessen Gunst will man allerdings buhlen, zum gemeinsamen Vorteil natürlich. Georg Kessler: „Was für Schätze wir gemeinsam aus der Backlist heben könnten!“
In verschiedenen Arbeitsgruppen will der AkR deshalb aktiv werden: Es soll eine griffige Definition für den Begriff „Ratgeber“ gefunden werden, für den der Börsenvereins-Kritiker Matthias Ulmer (übrigens auf dem Weg zu einer neuen Warengruppensystematik ) für den Ratgeber auch eine neue Formel gefunden hat, die ihn sauber vom Sachbuch trennen soll. Darüber zu gegebener Zeit mehr.
Spannend war übrigens nicht nur der Exkurs von BV-Justitiar Christian Sprang über die Niederungen des Urheberrechts und die drei Fronten, an denen unser Dachverband derzeit aktiv ist. Ebenso spannend: Der Einblick von Matthias Ulmer in die Überlegungen und den derzeit aktuellen Stand der Diskussionen über eine mögliche Verbandsreform. Oder das plötzlich bekannt gewordene Problem, dass ab 2007 die ISBN-Nummer auf 13 Stellen erweitert werden muss. Folgerungen, die jeden Verlag betreffen. Am spannendsten aber war der (zu) kurze Streifzug in den Markt mit Verlagsberater Dr. Andreas Meyer, der dem Ratgeber ein großes Potential an Marktchancen bescheinigte, die Mehrheit der fast vierzig Teilnehmer aber nachdenklich und fiebrig machte.
Mehr darüber spätestens nach der nächsten AkR-Tagung, die einen Tag vor der Buchmesse in Frankfurt stattfindet – am 18. Oktober dieses Jahres.