Könnte ich drei Bücher auf eine einsame Insel mitnehmen, es wären drei Exemplare des Mallorca-Romans „Die Insel des zweiten Gesichts“ von Albert Vigoleis Thelen. Kein Buch hat mich mehr fasziniert, keines mein Leben stärker beinflußt. Diese Geschichte des Schriftstellerehepaares Vigoleis und Beatrice, das nach Mallorca reist, um Beatrices angeblich im Sterben liegenden Bruder beizustehen, entwickelt sich zu einem Schelmen- und Abenteuerroman der Extraklasse. Die Protagonisten werden sehr schnell in die absonderlichsten Abenteuer verstrickt, aus denen sie sich nur mit Mühe, Geschick und einem nie versiegenden Humor befreien können. Dabei feuert Thelen in seinem 1000seitigen Erstling ein Sprachfeuerwerk ab, das in der deutschsprachigen Literatur seinergleichen sucht.
Jeder Buchhändler kann es fortgeschrittenen Lesern ans Herz legen, die jetzt auf die neu erschienene List Taschenbuch-Ausgabe (identisch mit der großen „Jubiläums-Insel“ von Claassen) zurückgreifen können.
Infos über Thelen gibt es unter www.vigoleis.de. Und ab Juni gibts im Waxmann Verlag unter dem Titel: „Albert Vigoleis Thelen. Mittler zwischen Sprachen und Kulturen“ einen spannenden Dokumentenband der 1. wissenschaftlichen Thelen-Konferenz in Münster zum 100. Geburtstag des Autors.
Dr. Jürgen Pütz, Leiter Kommunikation bei Egmont vgs