Der in Berlin lebende Autor Ralf Rothmann erhält am 15. November in Braunschweig den mit 25 000 Euro dotierten Wilhelm Raabe Literaturpreis für seinen bei Suhrkamp erschienen Roman „Junges Licht“.
Die Auszeichnung wird seit 2000 alle zwei Jahre gemeinsam von der Stadt Braunschweig und dem DeutschlandRadio vergeben. In der Begründung der Jury heißt es: “‚Junges Licht’ ist Rothmanns vierter Roman im Milieu der Bergwerke, Hochöfen, Unter-Tage-Arbeiter und vor allem Orientierung suchenden Jugendlichen.
Er ist in jeder Hinsicht ein Höhepunkt in Rothmanns literarischer Entwicklung. Die brillante, ja in Deutschland einmalige soziale Feinzeichnung, ist die eine Seite seiner Kunst; die andere wäre mit dem Stichwort Transzendenz oder Religion zu bezeichnen. Rothmanns Genauigkeit in der Beschreibung bringt die Dinge zum Leuchten.
Noch das unscheinbarste Detail gewinnt eine nahezu sakrale Würde. Es ist besonders die einfache und eingängige Erzählsprache, die diesen Eindruck verstärkt. Die Verbindung von tragischer Familiengeschichte, härtesten Lebensbedingungen und schönster, erhebender Anschaulichkeit ist einzigartig in der gegenwärtigen Literaturlandschaft.“