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Freitag: auch schon wieder vorbei

Heute war ich als Außenkorrespondent fern der Messe unterwegs und insofern für diesen Bericht auf verschiedene Quellen angewiesen.
Bis es Abend war, hatte ich erst zwei Meldungen erhalten; die eine handelte von Käsehäppchen, die andere von Petersiliensalat. Im Ernst!

Grrr… Wenn man nicht alles selber macht! Samstag komme ich wieder persönlich auf die Messe.

Aber nun gut. Hier die zwei Meldungen:

Der Petersiliensalat wurde präsentiert anlässlich des Kochbuches der Stiftung Warentest, aber auch anlässlich des diesjährigen Mottos Arabische Welt. Er muss so gut geschmeckt haben, dass die Menschen wie Oliver Twist trotzig nach einer zweiten Portion bettelten.

Er wurde nicht etwa mit Bulgur zubereitet, sondern mit Tabouleh; und mehr kann nicht einmal ich aus dieser Meldung herausholen.

Hier die andere Meldung. Ich erhielt sie anonym, aber da das beigefügte Foto betitelt war mit vgs_freß.bmp, würde ich mal wild den Kollegen Faure raten.

Zwei Häppchen, drei Nachnamen: Neuner-Duttenhofer, Meuth

„Es müssen nicht immer sauteure Messewürstchen sein. Culinaria by walking around bieten mehr als nur einen Ersatz. Leckeres von Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer zum Beispiel. Die kochen seit 15 Jahren im WDR. Lauter Leibgerichte hat der vgs-Verlag jetzt als Begleitbuch zur Sendung ServiceZeit vorgelegt. Zum großen Topfrühren hatte das erfolgreichste Fernsehkoch-Duo am Messestand freilich keine Zeit. Aber der Käse war lecker. Und kam für mich gegen 14 Uhr zur rechen Zeit…“

Lübbe hat auf den überraschenden dritten Platz seines Bestsellers Die Säulen der Erde kreativ reagiert und extra ein paar Brocken Messemauer irgendwo herausgebrochen, um sie hübsch um den Longseller zu drapieren. Entweder das, oder die haben wirklich sehr gute Dekorateure.

Dtv hat dieses Jahr seinen Stand näher an Licht und Luft, die Stände an den Halleneingängen bilden energetische Portale und wirken daher besonders einladend.

Das mit den energetischen Portalen streichen Sie doch lieber.

Aber betrachten Sie bitte das Foto mit meinem alten Bekannten, dem dtv-Verkaufsleitungs-Assistenten Adrian M. Schell, und seiner reizenden Bekannten, der Newcomer-Autorin Lena Gorelik, verlegt bei SchirmerGraf.

(An dieser Stelle muss die Redaktion noch ein Foto hinmeißeln)

Als nächstes soll ich den Esslinger-Verlag grüßen, und zwar von meiner Mutter und ergo meines kleinen Kindes Oma. Oma sagt, der kleine wünscht sich ein Buch von Rabe Socke. Ich glaube, Oma tickt nicht richtig! Ich werde doch meine internationalen Kontakte auf dieser Messe nicht missbrauchen, um ein Kinderbuch zu ergaunern. Weder werde ich bei Esslinger betteln gehen, noch werde ich den Namen Esslinger in diesem Absatz viermal vollfett drucken, nur um ein kleines Kind glücklich zu machen. Tut mir leid Mutti. Ach ja, Esslinger, Alles wieder gut sei bereits vorhanden.

Bei Eichborn Lido haben Sabrina Setlur und Scooter-Frontman HP Baxxter eine CD live eingelesen. Das war nicht so erstaunlich, wie man hätte befürchten müssen.

Ich fand es sogar schade, dass Herr Scooter nicht so liest wie er singt; das hätte noch besser zum Thomas-Bernhard-Text gepasst.

Frau Setlur und Kafka, da wäre mir auch niemand besseres eingefallen.

Eichborn ist auch eine gute Gelegenheit, Daniela Ebeling zu grüßen, die sich laut eigener Aussage zur Zeit so fühlt, als sei sie mit Alexander von Humboldt verheiratet.
Was das genau bedeutet, will ich hier nicht letztgültig klären.

Rowohlt & Jelinek: Nochmal Glückwünsche. Wann immer man heute seine Ohren auf Durchzug stellte, um sich besser zu konzentrieren oder um an einer Zigarette zu saugen, drang anhaltendes Jelinekgemurmel ein.

Heyne: Was für ein sympathischer, unauffälliger, ja nachgerade angenehm durchschnittlicher Mensch David Sedaris ist, musste ich feststellen, als ich einen Pressetermin verpasste und den Autor danach in der Menschenmenge suchen musste.

David Sedaris bei Heyne

Viele Autoren sehen zehn Meter gegen den Nebel aus wie jemand, der für einen Autoren gehalten werden will. Nicht so Sedaris.

Auf dem Heyne-Sofa habe ich ihn dann doch noch erwischt, nachdem ich irrtümlich erst eine Vetriebsfrau, dann den Hausmeister, dann den Hund vom Hausmeister für Sedaris hielt.

Und wenn Sie mir gestatten, nochmals auf Donnerstag zurückzugreifen: Dass Volker Reiche nicht von Frau Heidenreich, sondern von Robert Gernhard, the Dichter himself, verhört bzw. vorgestellt wurde, war mir eine große Freude, einerseits, weil ich Gernhard schätze, andererseits, weil ich mit Frau Heidenreich ohnehin noch die ein oder andere Hühnerfarm zu rupfen habe, und weil ich drittens ein Strizz-Interview im Ponyhofstil nicht auch noch mit auf die Bilanz setzen müssen will.

„leider“ nicht Elke Heidenreich: Robert Gernhardt
Das einzige Foto, das von Volker Reiche existiert

Bei Klett-Cotta habe ich eine Schelling-Biographie erstanden. Ich hatte den Eindruck, bei Klett-Cotta ist man dankbar für jeden Sortimenter, der sich daran erinnert, dass nicht Hobbits diesen Verlag gegründet haben.

Ernst Klett, J.G. Cotta

Und das war der Freitag. Die Messe ist fast vorbei.

Gegen 19.00 Uhr schickte ich eine Mail an meinen Maulwurf vom Hessischen Rundfunk, an eine V-Frau sozusagen. Ich erhielt eine Antwort, die zwar wenig damenhaft geriet, aber dafür war sie von, wie ich finde, freitagsrelevanter Aussagekraft:

„hallo matthias,
für deine internetseite habe ich im grunde genommen nichts zu berichten. Ich hatte drei interviews, bin jetzt megadurch, völlig fertig und muss noch zwei beiträge machen. Ich hasse diese besuchermassen! meine moral ist am boden und ich will nach hause, VERDAMMT!!!! sorry, ich bin abgeschweift.“

Sind ja nur noch zwei Tage, meine Beste.

Die Stelle mit dem Arschabfrieren erspare ich Ihnen und verbleibe auch für heute

Ihr

MesseMayer

herrmayer@hotmail.com

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