
„Handelsketten diktieren heute den Verlagen ihre Bedingungen. Sie verletzen Vorgaben des Bundeskartellamtes und lassen die Kulturvielfalt veröden“, dieses Fazit zieht Gerhard Beckmann, BuchMarkt-Chefreporter und Kolumnist im eben erschienenen SPIEGEL SPECIAL Bücher. Sein Thema: die Konditionen – ein Gerangel hinter den Kulissen, das in der Öffentlichkeit so noch nicht wahrgenommen wurde. Und Beckmann packt Zahlen auf den Tisch, über die man sich bislang lieber vornehm ausgeschwiegen hat: „Die Weltbild-Händler haben sogar schon 60 Prozent Rabatt gefordert, sie bekommen von einigen mittelständischen Verlagen 57 Prozent Rabatt. ‚Unter 52 bis 52,5 Prozent geht bei Weltbild gar nichts‘, sagt ein Münchner Verlagschef.“
Interessant weiter zu lesen, dass Suhrkamp-Verleger Gerog Rieppel und Claudia Reitter von Random House an einem neuen Konditionenmodell arbeiten, bei „dem primär nicht Umsatzgröße, sondern buchhändlerische Leistung zählt“.
Im gleichen Heft: Ein ausführliches Interview mit Rainer Groothuis über Herstellungqualität, Mangel an gestalterischer Phantasie und die Lust am schönen Buch.