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Günter Grass fordert schrittweise Rücknahme der Reform

Der Literaturnobelpreisträger Günter Grass hat die Kultusministerkonferenz wegen der Rechtschreibreform scharf kritisiert. Sie sei „inkompetent, entscheidungsschwach in der Regel oder allenfalls blockierend tätig“ und habe in diesem Fall „die Sachen einfach laufen lassen“, zitiert ihn heute die WELT. Nachdem das Ergebnis der Reform an die Öffentlichkeit gekommen sei, hätten die Schriftsteller mit als erste dagegen protestiert, so Grass. „Es war für uns sehr leicht zu erkennen, wie überflüssig und schädlich ein solch administrativer Zugriff innerhalb eines lebendigen Sprachkörpers sich auswirken könnte. Die Missachtung dieses Votums ist natürlich auch etwas Kränkendes“. „Daß mit ß oder mit zwei s, das kann man hinnehmen, aber mit dem Getrenntschreiben und der Groß- und Kleinschreibung sind so viele irrationale Entscheidungen getroffen worden, die sind rückgängig zu machen“, fordert Grass. Dies könne auch schrittweise geschehen.

Unterdessen sagte der Gründer der Initiative „Wir gegen die Rechtschreibreform“, Friedrich Denk, beim Kippen der Rechtschreibreform würde ein „Ruck durchs Land“ gehen. Die Menschen würden wieder Mut fassen, „wenn sie sähen, dass man auf sie hört“. (Weitere Schriftsteller äußern sich am Samstag zur Rechtschreibreform in der
„Literarischen Welt“)

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