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an Dr. Reinhilde Ruprecht

Heute früh wurde bekannt, dass die Familie Ruprecht ihre Göttinger Traditionsbuchhandlung Deuerlich an Weiland verkauft hat [mehr…]. Wir fragten

Dr. Reinhilde Ruprecht

dazu bei Dr. Reinhilde Ruprecht (Foto) nach:

Warum haben sie sich zu diesem Schritt entschlossen?

Das Problem werden andere Buchhändler auch immer wieder haben. Wir haben auf Dauer nicht die Möglichkeit, mit den großen Unternehmen konkurrieren zu können. Und Weiland garantiert nicht nur personelle Kontinuität, sondern auch, dass die Firmenkultur von Deuerlich weiterleben kann. Noch wichtiger ist uns aber gewesen, dass auch der Standort Innenstadt für Bücher erhalten bleiben kann. Da drohte eine Verödung.

Damit ist aber wieder ein buchhändlerisches Traditionsunternehmen weniger in Familienhänden…

Die Frage halte ich für falsch gestellt: Henning Hamkens leitet ebenfalls ein Familienunternehmen, die Buchhandlung bleibt also im Privatbesitz. Vor fast 200 Jahren durch die Familie Deuerlich gegründet, ging sie vor 75 Jahren über in den Besitz der Familie Ruprecht und nun in den der Familie Hamkens.

Hat Sie die Entscheidung zum Verkauf angesichts der langen Tradition Ihres Unternehmens belastet? Und warum haben sie sich für Weiland entschieden?

Ja. Die Entscheidung ist nicht leichten Herzens gefallen, aber die Tradition des Verlags geht sogar bis 1735 zurück, und sich darauf zu konzentrieren, ist Kollegen wie Herrn Schöningh, Herrn Herder und zuletzt Frau Hueber auch wichtig gewesen. Das muss natürlich nicht immer richtig sein – Frau Pustet etwa denkt da sicher anders, sie hat kürzlich ja noch eine neue Filiale eröffnet. Und mit Thalia und anderen Filialisten haben wir in der Tat verhandelt. Das Firmenkonzept von Thalia für ihre geplante Ansiedlung in Göttingen war aber inkompatibel zu unseren eigenen Vorstellungen.

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