Seit ein paar Tagen votet buchmarkt-online zu Thema Rechtschreibreform. Bis auf einen Manipulationsversuch [mehr…], wo jemand versuchte, vehement für die neuen Regeln „Stimmung“ zu machen, hat es nie einen Zweifel an der Verhältnismäßigkeit gegeben: Beständig um die 60% herum hielt (und hält) sich die Meinung, daß der untaugliche Reformversuch“ schnell beendet werden sollte.
Wir haben einmal zusammenkopiert, was unsere Leser anonym als Meinung ihrem Votum beigegeben haben. Wir wollen nichts kommentieren, haben aber mit Schmunzeln bemerkt, daß bei den Befürwortern der „NRS“ so alle neuen Regeln noch nicht angekommen zu sein scheinen…
Zurück zu den bewährten Regeln:
Liebe Buchmarkt-Redaktion,
nicht nur in den Lesermails der Befürworter an euch geht Alt und Neu und ganz Falsch durcheinander – Doris Ahnen habt ihr schon enttarnt („gross“), auch im Rundbrief von Thienemanns Klaus Willberg an die Politiker, in dem er zur Beibehaltung der NRS auffordert, findet man neben dem Neuen das Bewährte: „Bewußtsein“, „müßte/n“, „soviel“. Unbewusster Ausdruck jenes Zwiespalts, zu dem Michael Klett sich bekannte – als gebildeter Mensch fürs Bewährte, als Verleger fürs billigere Neue? Ach, was für ein Schildbürgerstreich erster Güte, diese Reform! Hoffentlich kehren wir bald zurück zur klassischen Schreibweise – und modifizieren maßvoll (ss/ß?) und kompetent.
Beste Grüße
Grund: die Beliebigkeit, die allenthalben eingekehrt ist. Viele Leute sind der Meinung, man kann schreiben, wie es einem gerade in den Sinn kommt, und diese Meinung hat die neue Rechtschreibung durch zahlreiche Kann-Regeln stark befördert. Am schlimmsten ist die Getrenntschreibung, die häufig sinnentstellend wirkt, sowie die teilweise Abschaffung des ß, wodurch viele jetzt \“Füsse\“, \“Strasse\“ usw. schreiben.
Vielen Dank für diesen Artikel. Meine definitive Hochachtung an Frau K. Pfeiffer-Stolz.
Sicherlich müssen einige Regelungen der Rechtschreibung überdacht werden. Änderungen sollten jedoch erst sorgsam überprüft werden. Ich wünsche mir einen Duden auf den ich mich wieder hundert Prozent verlassen kann!
Es geht ja, eine Entscheidung für die ZUKUNFT zu treffen – und für die ZUKUNFT ist die „alte“ die bessere Grundlage. Ich hoffe, ich stehe damit nicht allein, denn alleinstehend ist kein guter Zustand, was man schon an den möglichen und nötigen Schreibungen dieses Wortes sehen kann. Außerdem muß die Rechtschreibung für Jahre aus der Benotung herausgenommen werden!!!!!
…jedoch keine so genannte Nachtrauer für das sogenannte doppel-S!
Diese Initiative hätte ich mir bei der Einführung in den Schulen gewünscht. Die neuen Regeln waren/sind auf die Mathematik übertragen so wie 2 + 2 ist vier, aber auch 3,8 bis 4,2 ist nicht total falsch. Alles ist möglich.
Die Kultusminister haben sich eine grandiose Fehlleistung geleistet, die schleunigst rückgängig zu machen ist.
Es wird Zeit, daß der Mist beendet wird.
Damit die Verunsicherung endlich ein Ende hat, und nicht umgekehrt!
Einfacher? Gerne (zum Beispiel ss statt ß) – aber bitte nicht die komplette Verwirrung aller Beteiligten!
Für die neuen Regeln:
Alte oder neue Rechtschreibung? Im Grunde egal, beide haben Ungereimtheiten. Aber jetzt hat man die neue eingeführt und man sollte auf keinen Fall zur alten zurückkehren. Das gäbe ein riesiges Chaos und wäre eine Geldverschwendung. Und wenn irgendwelche starrköpfigen Altherren-Redakteure/Verleger/Autoren sich nicht an die neue Schreibweise gewöhnen wollen, muss man doch mal hinterfragen, ob diesen Personen wirklich der Respekt und die Aufmerksamkeit geschenkt werden dürfen, die sie fordern. Spiegel, Bild und Süddeutsche haben es meiner Meinung nach an Verantwortungsbewusstsein mangeln lassen.
Jetzt habe ich mich schon daran gewöhnt. Aber um Himmels Willen diese entsetzlichen Auswüchse wie aufwändig oder behände abschaffen. Ich krieg die Krätze, wenn ich das lesen oder gar schreiben muss !
Die Verlage brauchen endlich Rechtsicherheit, wenn nicht wieder Millionen Euro \“verbrannt\“ werden sollen durch eine erneute Umstellung. Auch wenn sich Sprache immer weiterentwickelt, sollte es jetzt bei der reformierten RS bleiben und diese \“nur\“ weiterentwickelt werden. Denn auch der gute alte Goethe oder die Barockdichter haben anders geschrieben als wir es heute tun. Und auch Arno Schmidt hat sich nie an die \“alte\“ RS gehalten. Es bleibt also jedem Schriftsteller unbenommen, anders zu schreiben – das war auch bisher so. Deutschland hat doch wirklich andere Probleme!
… und diese logischer gestalten (ß abschaffen) ua.
Die Verunsicherung sollte jetzt endlich einmal ein Ende haben, weshalb wir die gefassten Beschlüsse umsetzen sollten (allen selbsternannten Experten zum Trotz).
Wahre Größe zeigt der Rechtschreibungsunsichere indem er den Mund hält und die Diskussion den Experten überlässt. Man kann in der Demokratie eine Meinung haben, man muss nicht! Dass unter anderem BILD-Chefredakteure die Gralshüter der deutschen Rechtschreibung sein möchten, obschon sie ihre Sprachgülle alltäglich und allwöchentlich über Deutschland und Mallorca ausschütten, überrascht in dieser unsäglichen, typisch deutschen Diskussion auch nicht weiter.
Die neuen Regeln sind einfach sinnvoll und eine Erleichterung.
die Journalisten und Politiker, die jetzt hier das Sommerloch damit füllen wollen, handeln unverantwortlich und reaktionär.
die alten Regeln sind nur alt, aber nicht bewährt; die neue RSR müßte noch einige Kinderkrankheiten ausgetrieben bekommen
Nach der Reform ist nicht vor der Reform! Wir sind doch eigentlich alle des Lesens mächtig! Warum wurden die Fehler der Reform nicht vor der Verabschiedung bemängelt. Sich jetzt zu bescheren ist lächerlich!
Man sollte hauptsächlich diejenigen Fragen, die selbst schreiben/korrigieren…
Das sind rein pragmatische Gründe wie Kosten und Verunsicherung der Kinder, die bereits damit arbeiten. Und außerdem: Sie ist aufgrund 10-jähriger demokratischer Verfahren entwickelt und verabschiedet worden – auch in Zusammenarbeit mit Österreich, der Schweiz und Liechtenstein. In dieser Zeit hätte sich jede/r – auch Schriftsteller und Zeitungsleute – zu Wort melden können. Nun ist sie eben demokratisch abgestimmt. Die alte Rechtschreibung hatte auch ihre Regeln, zum Teil nicht nachvollziehbare. Was ist so Schlimmes dabei, wenn eine nicht verständliche Regel durch eine andere evtl. sogar verständliche abgelöst wird? Präzise Ausdrücken kann man sich mit der neuen Rechtschreibung nach wie vor – wenn man den Umgang mit der Sprache beherrscht… Dabei hilft eine Rechtschreibung nicht unbedingt.
Seit 1901 wieder mal der Versuch einer Reform in Deutschland. Nach 6 Jahren glaubt es mancher immer noch nicht.
Vielleicht gab es auch keine andere Idee für das Sommerloch.
Ist mir egal:
peinliche Debatte, insb. der Beitrag von Karin Pfeiffer-Stolz auf Buchmarkt Online.
wenn nur endlich mal Einheitlichkeit herrschen würde…







