
BuchMarkt: Was wird sich ändern bei Nord-Süd, wie lauten die strategischen Vorgaben der Investoren?
Urs Gysling: Nord-Süd ist ein sehr stark international ausgerichteter Verlag. Diese Internationalität soll auch künftig wichtig sein, weil sie viele Chancen birgt. Aber es wird insofern eine Prioritätenverschiebung geben, als wir uns künftig stärker auf den deutschsprachigen Markt konzentrieren wollen. Die Kollegen im Ausland, also in Frankreich, Italien, USA, Holland und Japan sollen autonomer arbeiten. Ideal wäre es, wenn die Tochterfirmen im Ausland durch ein Mangement-Buy-out oder einen Verkauf als eigenständige Partnerverlage von Nord-Süd weitergeführt werden könnten.
Was bedeutet das konkret fürs Programm?
Das Programm soll kleiner werden. Wichtig ist, dass Nord-Süd wieder überrascht. Wir setzen zum einen auf Kontinuität – und sind sehr zuversichtlich, dass die Nord-Süd Autoren dem Verlag treu bleiben werden -, zum anderen auf Innovation. Wir werden uns weiterhin auf das Bilderbuch konzentrieren, denken aber hier über neue Produktformen nach, die auch für andere Altersgruppen interessant sind.
Und was bedeutet die neue Konstellation für die Nord-Süd-Mitarbeiter?
Wir müssen jetzt einen Schnitt machen. Klar ist, dass die Kosten gesenkt werden müssen. Wie viele der derzeit 34 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterbeschäftigt werden können, werden die Gespräche der kommenden Wochen zeigen.