Am 10. Mai jährt sich der Tag der Bücherverbrennung im Nationalsozialismus zum 71. Mal. Studenten, Professoren und Organe der Nazis hatten in vielen Städten Deutschlands Scheiterhaufen errichtet und Bücher missliebiger Autoren ins Feuer geworfen. Sie zerstörten damit einen wichtigen und großen Teil der deutschen Kultur. Es war das Signal für viele Schriftsteller, Deutschland zu verlassen und ins Exil zu gehen.
Dieter Schormann, Vorsteher des Börsenvereins, weist aus Anlass dieses Tages auf die Bedeutsamkeit des Grundrechts auf freie Meinungsäußerung hin: “Geist und Kultur bilden die eigentliche Klammer für ein menschenwürdiges Zusammenleben. Dazu gehört untrennbar die Freiheit, Meinungen zu äußern und zu verbreiten. Das müssen wir uns stets vor Augen führen und dafür auch kämpfen, denn in vielen Teilen der Welt werden Autoren, Übersetzer, Verleger und Buchhändler noch immer an der Ausübung ihres Berufes gehindert und bedroht.”
Am 10. Mai 1933, nur wenige Wochen nach der nationalsozialistischen Machtübernahme, wurde unter anderem Literatur von Lion Feuchtwanger, Sigmund Freud, Erich Kästner, Heinrich Mann, Kurt Tucholsky und Arnold Zweig verbrannt.