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Frankfurter Buchmesse 2003 war ein fröhliches Fest der Bücher / Mehr Aussteller, mehr Besucher, mehr Veranstaltungen bei der größten Buchmesse der Welt

Die Frankfurter Buchmesse 2003 ist mit hervorragenden Ergebnissen zu Ende gegangen: Mehr Aussteller, mehr Besucher und mehr Veranstaltungen kennzeichnen die Bilanz der weltweit größten Bücherschau. „Dies ist ein deutliches Zeichen für den wieder erwachten Optimismus in der Branche,“ so Buchmesse-Chef Volker Neumann in der Abschlusspressekonferenz am heutigen Montag. „Die positive Stimmung auf der Buchmesse, das große Interesse von Medien und Lesern an den Neuerscheinungen dieses Herbstes werden den Buchhandel positiv beeinflussen,“ sagte der Börsenvereins-Vorsteher Dieter Schormann.
Insgesamt nahmen 6.638 Einzelaussteller aus 102 Ländern an der diesjährigen Frankfurter Buchmesse teil, eine Steigerung um 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bis zum Abend des Messe-Sonntags waren 273.229 Besucher (+ 7,7 Prozent) auf das Messegelände geströmt, wo mehr als 335.000 Titel präsentiert wurden. In mehr als 3.000 Veranstaltungen – davon rund ein Viertel zum Gastland Russland – stellten sich mehr als 1.000 Autoren ihren Lesern vor. Dazu gab es zahlreiche Fachveranstaltungen für Buchhändler, Bibliothekare, Verleger und andere Mitglieder der Buchbranche.
Die positive Resonanz, die der Buchmesse in den Medien zuteil wurde, wird auch durch die Ergebnisse der Ausstellerumfrage bestätigt: „Der überwiegende Teil der Aussteller war mit dem geschäftlichen Erfolg während der Buchmesse außerordentlich zufrieden. Das klang auch in den vielen persönlichen Gesprächen an, die wir während der Messe geführt haben,“ berichtete Volker Neumann. Besonders das Rechte- und Lizenzgeschäft verzeichnete nach Ausstellerangaben deutliches Wachstum.
Großes Lob erhielt die Frankfurter Buchmesse für ihr neues Veranstaltungskonzept, mit dem die Leser für das Buch begeistert werden sollten. Die insgesamt 13 Foren und Zentren der Buchmesse verzeichneten sehr großes Interesse bei Fachbesuchern und dem allgemeinen Lesepublikum. „Ob nun Wladimir Kaminer zur Russendisko oder Günter Grass zu Lesung und Tanz einluden oder vor allem junge Menschen für eine Signatur von Paulo Coelho Schlange standen – die gelungene Mischung aus Geist, Geschäft und Glamour hat Leser, Verleger, Buchhändler und Medien gleichermaßen angezogen und begeistert“, sagte
Dieter Schormann.
Auch die Weiterentwicklung der Frankfurter Buchmesse als Plattform des internationalen Lizenz- und Rechtegeschäfts und die Öffnung für neue Ausstellungsbereiche wurde positiv bewertet: „Die Investitionen in die Infrastruktur des Zentrums für Literarische Agenten und die Schaffung eines neuen Zentrums für Literarische Übersetzer sind wichtige Impulse für die Zukunft unserer Branche,“ sagte Volker Neumann. „Mit dem neuen Engagement für das Hörbuch und den Bereich Film & TV haben wir außerdem das inhaltliche Spektrum der Buchmesse weiter entwickelt.“ Beide Bereiche sind eng verzahnt mit der Buchbranche und stellen für Aussteller und Fachbesucher ein weiteres Glied in der Nutzungskette von Inhalten dar.
Das Internationale Zentrum der Buchmesse, das in enger Kooperation mit dem Auswärtigen Amt organisiert wurde, würdigte in seinem Programm die Deutsch-Französische Freundschaft und nahm sich vor allem der Literaturen des Südens unserer Welt an, deren Stimmen hierzulande noch viel zu selten gehört werden.
Höhepunkt der Frankfurter Buchmesse war einmal mehr die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in der Paulskirche. In diesem Jahr wurde die amerikanische Autorin Susan Sontag mit dem Preis geehrt. In einer beeindruckenden Rede rief sie dazu auf, den Dialog zwischen den Völkern zu verstärken und gegenseitige Vorurteile durch das bessere Wissen um einander zu bekämpfen.
Die erstmals durchgeführte Aktion „Leseland Hessen“ – eine Kooperation mit dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst – trug die Buchmesse in die Region hinaus: Mehr als ein Dutzend Kommunen beteiligten sich und die Bürger des Landes nahmen begeistert teil an mehr als 250 Veranstaltungen mit Autoren aus aller Welt. Mit Russland stellte sich das bislang größte Gastland der Buchmesse vor. Das Programm aus Lesungen, Ausstellungen, Konzerten und anderen Veranstaltungen auf dem Messegelände, in Frankfurt und ganz Deutschland vermittelte wichtige neue Perspektiven auf Kultur und Alltag des Landes. „Russland wollte sich mit >Neuen Seiten< präsentieren - so der Slogan - und hat das wirklich sehr erfolgreich getan," kommentierte Volker Neumann. Die 56. Frankfurter Buchmesse findet vom 6. bis 10. Oktober 2004 statt. Als Ehrengast der Buchmesse wird sich die "Arabische Welt" präsentieren.

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