Endlich! Wenn ein Buch Schlimmes Ende heißt, müsste es eigentlich zu einem schlimmen Ende führen. Tut’s aber nicht, das heißt, anders als wir denken. Bei uns hätte „Schlimmes Ende“ beinahe zu einem schlimmen Ende geführt, denn seit Monaten gehört das Buch zu den Lieblingsbüchern unserer Tochter und ist damit Pflichtlektüre beim Einschlafen. Schlimm wäre das gewesen, denn „Schlimmes Ende“ (128 S., 9,90 E., Omnibus Verlag) von Philip Ardagh ist so grottenkomisch und wunderbar verrückt, dass wir uns jedesmal aufs Neue hinlegen könnten vor Lachen. In der Regel, das ist dem aufmerksamen Leser jetzt nicht entgangen, liegen wir aber schon. Wenn wir „Schlimmes Ende“ vorlesen. Nun endlich (!) ist Harry Rowohlt mit der Übersetzung und der Verlag mit dem Druck von „Furcht erregende Darbietungen“ (136 S., 9,90 E., Omnibus, http://www.randomhouse.de/omnibus), dem „zweiten Buch der Eddie-Dickens-Triologie“ (Aha! da kommt also noch was!), fertig geworden. Und wir dürfen liegen bleiben und (mehr „Schlimmes Ende“) vorlesen: Von dem wahnsinnigen Onkel Jack, der noch wahnsinnigeren Tante Maud und ihrem ausgestopften Wiesel Malcolm, das vielleicht Sally heißt. Von dem jugendlichen Helden Eddie Dickens, der auch diesmal in die Hände der unerbittlichen Greifer gerät (was ein Greifer ist, können Sie sich entweder vorstellen oder Sie lesen es gefälligst im Buch nach), seiner Begegnung mit dem Eskamoteur und Eskapologe „Der grosse Zucchini“ und dessen zauberhafter (denkt Eddie) Assistentin, Daniella (sie denkt, er sabbert, was Eddie auch wirklich tut…). Um was es geht? Tja, wohl um „Furcht erregende Darbietungen“?! Also darum, warum es schwierig ist, Mauern mit Himbeermarmelade als Zement zu bauen, aus einem Sarg auszubrechen, in dem man nicht mehr drin ist oder mit Herren zurecht zu kommen, die Knochenbrecher, Protz oder Belfer heißen. Klingt fürchterlich? Ja! Heißt „Furcht erregende Darbietungen“, ist zum welliglachen und die beste Medizin gegen die herrschende Depression.
STEFAN BECHT
Kirsten-Boie-Preis der Hamburger Literaturstiftung lockt mit Buchvertrag
„So etwas muss man als Kind erleben, wie man in einer Geschichte abtaucht und alles drum herum vergisst!“, sagt die Hamburger Autorin und Ehrenbürgerin Kirsten Boie. Seit Jahrzehnten feiert sie