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An: Rainer Groothuis, Geschäftsführer von Groothuis, Lohfert, Consorten – Gesellschaft für Formfindung und Sinneswandel, zur Herausgabe einer neuen Ausgabe der Schriftenreihe „vorlagen“ zur Frankfurter Buchmesse

BuchMarkt: Unter dem Titel „Platz den Leidenschaften! Oder: den Aufbruch selber machen“ haben Sie jetzt – mit Blick auf die Buchmesse – die dritte Ausgabe Ihrer Schriftenreihe „vorlagen“ herausgebracht. Ist die Aufforderung nicht ein bißchen hochgegriffen?
Rainer Groothuis: Natürlich nicht. Wer nicht nach den Sternen greifen will, findet doch oft schon den profanen Lichtschalter nicht. Gegen die Melancholie des Kostendrucks kann man auch nur die Freude mutigen Machens setzen.

BuchMarkt: Ein schöner Satz aus Ihrer Broschüre: „Wenn der Markt satt ist, müssen wir ihn wieder hungrig machen.“ Wie soll das gehen bei der derzeitigen Titelflut?
Groothuis: Das Gefühl in den Wogen einer scheinbar unendlichen Titelflut zu ertrinken, begleitet unsere Branche seit fast 100 Jahren – Samuel Fischer klagte schon 1911, er müsse in „einem Zeitalter der Überproduktion“ leben. Wenn Märkte „satt“ zu sein scheinen, gilt es, neues Begehren zu wecken. Schauen Sie sich das Feuerwerk der Autohersteller zur diesjährigen IAA an: 60 neue Modelle! Warum versuchen wir nicht auch, mit Phantasie, Lust und Laune wilde Begehrlichkeiten zu wecken? Das Unerfreuliche am Buchmarkt ist ja nicht, dass es zu wenig tolle, großartige Inhalte gebe – es wird aber, beispielsweise, für die Leser immer schwieriger, sie zu entdecken, angesichts der Gleichförmigkeit in Auftritt und Kommunikation der Verlage, angesichts der häufig grabbeltischartigen Präsentation in den Buchhandlungen.

BuchMarkt: Ist Ihre Broschüre ein, sagen wir: Muntermacher zur Buchmesse – oder schon Reflex auf eine neue Aufbruchstimmung?
Groothuis: Wie schön wäre es, könnten wir von einem Aufbruch sprechen! Es zeichnet sich zwar der Hauch einer konjunkturellen Erholung ab. Doch selbst wenn er kommt, der „Aufschwung“: es genügt nicht, Fenster und Türen zu öffnen, auf daß er nicht vorbeiziehen möge. Klar ist: viele Märkte haben sich verändert – auch die Buchbranche kann nicht zurück nach 1997, 1998… Wir müssen auf viele Fragen neue Antworten finden – insofern ist „Platz den Leidenschaften!“ ja, ein Muntermacher. Und, natürlich: eine Einladung.

Bezug über: katrin.mercker@glcons.de

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