
Die Gründung einer deutschen Filiale der Schweizer Internetbuchhandlung lesen.ch www.lesen.ch hat beim Langendorf Dienst heute online für Wellen gesorgt. Der titelte : „Schweizer sollen ihre Bücher in Deutschland kaufen“ – billiger und unter Ausnutzung des Preisgefälles zwischen den gebundenen Buchpreisen in Deutschland und der Schweiz, die dort um 10 bis 15% über dem aufgrund der reinen Währungsrelation ermittelten deutschen Preis liegen.
Langendorf erklärt zu Recht: „Das soll die höheren Kosten der Schweizer Buchhandlungen ausgleichen und ist auch so mit dem Schweizer Preisüberwacher abgesprochen.“ Deutsche Lieferanten müssten sich an diese Umrechnung aber nicht halten – eben aus diesem Grund heiße in der Schweiz der größte Internet-Buchhändler Amazon.de. So habe Bürgin jetzt die deutsche Firma lesen.net www.lesennet gegründet, um dem Rivalen das Feld nicht allein zu überlassen.
Christoph Bürgin (rechts), der beide Läden gemeinsam mit Armin Luginbühl (links) betreibt, wiegelt ab: „Wir schielen mit Lesen.ch und Lesen.net natürlich ganz selbstverständlich nach dem deutschen Markt, haben wir doch bereits einige Kunden aus Deutschland in unserer Kartei, die aber bisher nur gegen Kreditkartenbelastung und mit CHF 15.00 Porto- und Versandkosten beliefert wurden.“
Wir haben darum eine Filiale unter dem Namen Lesen.net in Gailingen am Hochrhein gegründet (Gewerbe-Anmeldung vom 6. August 2003), damit wir die billiger und kundenfreundlicher bedienen können.“
Aber: „Wenn wir nun auch Schweizer Kunden haben, die über Lesen.net bestellen, sich von der Bezahlung der Rechnung in Euro, der allfälligen längeren Lieferzeit, den Remittenden nach Gailingen etc. nicht abschrecken lassen, ist das die Entscheidung und die Freiheit unserer Kunden. Denn wir haben lange zugesehen, wie Amazon.de in der Schweiz Werbung mit tollen Rabatten (oder eben Euro- Preisen) und Startgutschein machte. Aber alles protestieren und insistieren hat nichts genutzt. Und: Die Sache ist vollkommen legal. Amazon.de macht nach eigenen Angaben jährlich CHF 6 Mio Umsatz in der Schweiz.
Wir und die anderen Schweizer Buchhändler (digital und analog) haben viele Kunden an Amazon.de verloren. Jammern nützt nichts, Ideen sind gefragt ! Die deutschen Verlage möchten – genau wir wir – Bücher verkaufen. Auf welchem Weg die Bücher an die Leser gelangen, hat bisher noch keinen gekümmert.“ Und zum Schluss: “
Die Bedingungen werden härter, auch Lesen.ch hat von deutschen Verlagen via die Schweizer Auslieferung Rabattkürzungen hinnehmen müssen. Und die Kunden sind preisbewusster und informierter geworden, das muss auch der Schweizer Buchhandel auf der Hochpreisinsel merken. Unser Vorteil: Als unabhängiger KMU (Kleiner und Mittlerer Betrieb) können wir schnell reagieren. Wir gehören nicht wie Buch.ch, Bol.ch, Books.ch im Hintergrund deutschen Konzernen. Da wird auch klar, warum diese Anbieter bisher auf Werbung für ihre deutschen Shops verzichtet haben: lieber den Schweizern die Bücher in CHF verkaufen “