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du für einen Franken?

Heute in „Zeit“: „Jetzt ist das du auch von seinem neuen Herrn, dem Tages Anzeiger, aufgegeben worden. Die Herren wollen doch auch ein Grounding. Der Titel wird eingestellt, Interessenten erwünscht; der Zuschlag erfolgt für Schweizer Franken 1,-“, polemisiert Dieter Bachmann, ehemaliger du-Chefredakteur über das mögliche Ende einer traditionsreichen Kulturzeitschrift, die 1941 von Arnold Kübler gegründet wurde.

Weiter heißt es in dem Beitrag, der die Hintergründe des möglichen Verkaufs der zeitschrift beleuchtet: „Die neue Redaktion brachte das Heft zu neuem Ansehen und seine Auflage auf stabile 30000, mit denen man anderswo schwarze Zahlen hätte rechnen können. Die Chefredaktion lernte nun, dass Produkterechnungen im Verlagswesen zu einem großen Teil aus Absicht bestehen. 500000, sagte man, kosteten wir im Jahr das Unternehmen, eines der florierendsten Medienhäuser der Schweiz. Es war die Umarmung des Bären. Andere Konstruktionen hat man nie zugelassen. Eine Zusammenarbeit mit dem Drucker und Verleger Steidl war greifbar nahe; erfolgreich versuchte es noch kürzlich die Chefredaktion mit einem italienischen Wunschpartner. Aber nein, das Heft sollte doch immer wieder im Haus bleiben. Der Bär drückte du noch fester an sich. Und lancierte derweil den Privatsender tv3, der bei seinem Eingehen einen Verlust auswies, der für 200 Jahre du gereicht hätte. Wie man hört, soll auch die Jugendzeitschrift Spick verhökert werden. Vielleicht atmen solche eigenbrötlerischen Gazetten einen falschen Geist oder überhaupt einen – einen, auf den man dort verzichten will. Längst hätte man solche Titel dem Privatverstand einer Firma und der Eiseskälte seiner Manager entreißen sollen; hilflos sagten wir nur: Genossenschaft; Interessengemeinschaft; Selbstverlag.
Jetzt hat man du auf die Straße geworfen, als Schindmähre. Der Protest der Schreiber, Fotografen, Zeichner, all derer, die es gemacht und ausgemacht haben, bleibt aus. Der Verlust, den du beim schweizerischen Großverlag verursachte, war, in der Sprache des Nadelstreifens, Peanuts; der Verlust, den das Unternehmen mit der Einstellung anrichtet, ist unermesslich… Das du war eine Art Heimat für unverdrossene Leser, vielleicht ein Freund, ein Begleiter auf jeden Fall – dem Unternehmen aber, welches du fallen ließ, fehlt fortan das Filetstück seiner publizistischen Glaubwürdigkeit.

Zum Artikel: http://www.zeit.de/2003/29/Heft__du_

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