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Alarmierende Antworten auf Mitgliederbefragung des Arbeitgeberverbands der Verlage und Buchhandlungen in NRW e.V.: Wirtschaftliche Lage deprimierend

Hier die Ergebnisse einer Mitgliederbefragung des Arbeitgeberverbands der Verlage und Buchhandlungen in NRW e.V. An der Befragung im März beteiligten sich 123 Mitgliedsunternehmen (ein Rücklauf von 8,3%), unter ihnen 69,9% Buchhandlungen, 31,7% Verlage und 2,4% Assoziierte Mitglieder – dass hier über 100 % erreicht werden liegt wohl daran, dass manche Firmen sowohl Velag wie BH sind.

Diese Aufteilung entspricht in der Tendenz der Mitgliederstruktur des Landesverbands. Die knapp 1500 Mitglieder sind zu 61,2% Buchhandlungen, zu 25,5% Verlage und zu 13,3% Assoziierte Mitglieder. Deutlich unterrepräsentiert sind in der Umfrage also lediglich die Assoziierten Mitglieder.

1. Unternehmensgröße:
Mehr als die Hälfte der an der Umfrage beteiligten Unternehmen (54,1%) hat weniger als 5 Mitarbeiter, ein weiteres knappes Viertel (22,8%) 6 bis 10 Mitarbeiter. Es zeigt sich also, dass ungefähr drei Viertel aller Antwortenden weniger als 10 Mitarbeiter beschäftigen. 18% ordnen sich in der Kategorie 10 bis 50 Mitarbeiter, 3,3% in der Kategorie 50 bis 200 Mitarbeiter ein. Eins unter den antwortenden Unternehmen hat mehr als 200 Mitarbeiter (0,8%).
Die Eingruppierung in die verschiedenen Umsatzgruppen erfolgte gleichmäßiger. Die größte Gruppe bilden hier mit 39,3% die Unternehmen mit einem Umsatz von weniger als 500.000 € in 2002. In 26,2% der Unternehmen lag der Jahresumsatz in 2002 zwischen 500.000 und 1 Mio €. Bei knapp zwei Drittel der antwortenden Unternehmen liegt der Umsatz folglich unter 1 Mio €. Das übrige Drittel spaltet sich nochmals in zwei Gruppen auf: 30,3% setzten zwischen 1 und 10 Mio € um, 4,1% 10 bis 60 Mio €. Keins der beteiligten Unternehmen gelangt mit seinen Umsatzzahlen über 60 Mio €.

2. Wie schätzen Sie die wirtschaftliche Lage für Ihr Unternehmen für das Jahr 2003 ein?
Die Antworten auf diese Frage sind ähnlich alarmierend wie die anderer aktueller Umfragen. Nur 16,4% glauben, dass sich die wirtschaftliche Lage für ihr Unternehmen in diesem Jahr verbessern wird, 30,3 % denken immerhin, dass sich ihr Stand halten lässt. Mehr als die Hälfte der antwortenden Unternehmen (53,3%) fürchtet, dass sich 2003 die Lage für sie verschlechtern wird.
Die Aufteilung der antwortenden Unternehmen nach Mitarbeiterzahl und Umsatzgröße zeigt, dass die Unternehmensgröße offensichtlich kaum einen Ausschlag für die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage gibt. Die Einschätzungen „schlechter“ und „unverändert“ dominieren in allen Gruppen. Eine Ausnahme bilden hier nur die Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 10 und 60 Mio, von denen jeweils zwei ihre Lage im Jahr 2003 „besser“ bzw. „unverändert“ einschätzen und nur eins „schlechter“.
Einige Unterschiede in der Beurteilung ergeben sich hingegen, wenn man die Antwortenden in Buchhandlungen und Verlage aufsplittet. Weit mehr als die Hälfte der Buchhandlungen, nämlich 53 von 85 schätzen ihre Lage im Jahr 2003 schlechter ein als bisher, nur 10 Unternehmen erwarten eine Verbesserung. Bei den Verlagen bilden 16 von 39 antwortenden Unternehmen die größte Gruppe, die für 2003 mit einer unveränderten wirtschaftlichen Lage rechnet, weitere 13 Unternehmen erwarten eine Verschlechterung. 10 Verlage blicken positiv ins Jahr 2003 und schätzen ihre wirtschaftliche Lage besser ein.

3. Wie ist Ihre Umsatzerwartung für das Jahr 2003?
Auch diese konkretere Frage zeigt, dass der Branche ein schwieriges Jahr bevorsteht. 17,9% der antwortenden Unternehmen glauben an eine Verbesserung der Umsätze, 30,1% rechnen mit gleichbleibenden Umsätzen. Umsatzeinbrüche bis zu 10% erwarten 42,3% und Einbrüche von mehr als 10% immerhin noch 8,9% der antwortenden Mitglieder.

4. Welche Gründe können Sie für die Einschätzung zur wirtschaftlichen Lage nennen?
Die genannten Gründe für eine positive Einschätzung der wirtschaftlichen Lage zeigen, dass sich Unternehmen bewusst mit individuellen Konzepten und Engagement der allgemeinen Krise entgegen stellen und daraus eine aussichtsreiche Perspektive ableiten.
Die Zahl der Nennungen bei den Gründen für eine negative Einschätzung der wirtschaftlichen Lage ist deutlich höher, die Antworten sind stärker aufgesplittert. Auffällig ist hier vor allem, dass mehr als zwei Drittel der Antwortenden die aktuelle Konjunkturlage als Grund für ihre Einschätzung nennen. Eine wichtige Rolle spielen auch gesetzliche, politische und steuerliche Rahmenbedingungen. Weitere Gründe sind spezielle Branchenthemen wie Konditionengestaltung oder Schulbuchgeschäft.

5. Worin sehen Sie besondere Chancen und Risiken für die Geschäftsunternwicklung Ihres Unternehmens im Jahr 2003?
Die Antworten auf die Frage nach Chancen und Risiken fallen ganz ähnlich aus wie die auf Frage 4. Bei den Risiken kommt der Konjunkturlage die größte Bedeutung zu. Als Chancen werden ebenfalls individuelle Konzepte und persönliches Engagement in verschiedenen Bereichen genannt.

6. Beabsichtigen Sie für 2003 größere Investitionen?
87% der beteiligten Unternehmen planen für 2003 keine Investitionen, 13% möchten im Laufe des Jahres investieren. Von diesen 16 Unternehmen planen 43,8% diverse Einzelmaßnahmen, 31,3% Produkterweiterungen, 25% eine Geschäftserweiterung, 18,8% haben Ersatzbedarf und 12,5% möchten rationalisieren.

7. Wie wird sich die Beschäftigtenzahl in Ihrem Unternehmen im Jahr 2003 entwickeln?
Der größte Teil der Antwortenden plant für 2003 weder Entlassungen noch Neueinstellungen. 63,4% geben an, dass die Beschäftigtenzahl sich in ihrem Unternehmen im Laufe des Jahres nicht verändern wird. Ein Drittel der Unternehmen fürchtet für das laufende Jahr Entlassungen, 3,3% möchten neue Mitarbeiter einstellen. In Anbetracht der schwierigen Konjunkturlage kann die Tatsache, dass zwei Drittel der antwortenden Unternehmen keine Entlassungen planen und einige sogar Neueinstellungen in Erwägung ziehen, als positives Signal gewertet werden.
Ein Blick auf die Entwicklung der Beschäftigtenzahl in Beziehung zu Umsatzgröße und Mitarbeiterzahl zeigt, dass gerade die kleinen und mittleren Unternehmen keine Entlassungen riskieren möchten.
Bei Buchhandlungen und Verlagen im Vergleich zeichnet sich in der Grundtendenz ein relativ ähnliches Bild ab, das allerdings bei den Verlagen etwas positiver ausfällt. 51 von 86 Buchhandlungen planen keine Veränderungen, 34 müssen Entlassungen einplanen, ein Unternehmer rechnet mit einer höheren Beschäftigtenzahl. 27 von 39 Verlagen denken, dass sich im Laufe des Jahres keine Änderungen der Beschäftigtenzahl ergeben werden, 8 planen Entlassungen und 4 Neueinstellungen.

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