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Erste Kritik am BertelsmannSpringer Deal

Es mehren sich schon die Stimmen, dass der heute früh gemeldete Verkauf von BertelsmannSpringer zwar für den Mutterkonzern ein guter Deal, möglicherweise aber nicht für das Unternehmen selbst gewesen sei. Wie hieß es in der Verlautbarung: „Zugleich sind wir uns sicher, dass wir mit Cinven und Candover Partner gefunden haben, die das Potenzial von BertelsmannSpringer ausschöpfen und das Geschäft weiterentwickeln werden“.

Hierzu gibt es Stimmen, die darauf hinweisen, was die eigentliche Aufgabe von ‚Private-Equity-Firmen‘ sei: Eben nicht die Absicherung und Weiterentwicklung der übernommenen Firmen sondern der sogenannte ‚Exit‘ innerhalb von 5 bis 8 Jahren. Solche Firmen erwarten eine Rendite von 10 bis 20% pa. Da dies schwerlich mit dem operativen Geschäft zu erwirtschaften ist, bleibt nur die Zerschlagung bzw. der Weiterverkauf.

Einer unserer Gesprächspartner: „Die Mitarbeiter von BertelsmannSpringer haben spätestens in fünf Jahren die gleichen Probleme an der Backe wie in der Vergangenheit. Die Bertelsmann-Group ist mit diesem Coup aus dem Schneider, für die verkaufte Firma möchte ich dies sehr bezweifeln.“

Nicht ohne Grund wohl hatten die Mitarbeiter darauf gehofft, dass ihr Ex-Chef Prof. Jürgen Richter mit siener Gruppe den Zuschlag erhalten würde…

Zum Hintergrund: Cinven ist eigenen Angaben zufolge eine der führenden europäischen Private Equity-Gesellschaften. Das Unternehmen konzentriert sich dabei auf Buy-outs in Europa. Das Gesamtvolumen der bisherigen Transaktionen liege bei über 40 Milliarden Euro. Cinven kaufte unter anderem Klöckner Pentaplast in Deutschland und United Biscuits in Großbritannien.

Candover hat das gleiche Geschäftsmodell und investierte in bisher 117 Buy-outs rund 22 Milliarden Euro. Darunter war auch die Kluwer Academic Publishers (KAP), die jetzt mit BertelsmannSpringer zusammengebracht werden soll. Candover hatte KAP von der niederländischen Muttergesellschaft Wolters Kluwer für 600 Millionen Euro gekauft.

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