Der mit insgesamt 120 000 Euro dotierte Joseph-Breitbach-Preis geht in diesem Jahr zu gleichen Teilen an die Autoren Herta Müller, Christoph Meckel und Harald Weinrich. Die Auszeichnung wird nach dem Willen des 1980 verstorbenen Schriftstellers Joseph Breitbach von der nach ihm benannten Stiftung und der Mainzer Akademie der Wissenschaften und Literatur jährlich vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern zählen Brigitte Kronauer, Reinhard Jirgl, W.G. Seebald, Thomas Hürlimann, Ingo Schulze, Dieter Wellershoff und Robert Menasse.
Das Werk des Berliners Christoph Meckel sei von Anfang an geprägt von graphischen und literarischen Arbeiten, heißt es in der Begründung der Jury. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehe „das nackte Menschsein und was darin fehlt“. Auffällig sei die Fülle der Bilder, die Phantasie, die Märchen-Motive. Von Meckel erschien zuletzt Suchbild. Meine Mutter“ im Carl Hanser Verlag.
Herta Müller habe den scharfen, das Unscheinbare und vorgeblich Harmlose der Gegenwart zergliedernden Blick ihrer ersten, noch in Bukarest erschienenen Prosastücke gegen alle Anfechtungen bis heute bewahrt, so die Jury. Die Autorin sei unverwechselbar, einzig in der deutschsprachigen Literatur. 2000 erschien bei Rowohlt Im Haarknoten wohnt eine Dame und 1999 im Wallstein Verlag Der Fremde Blick oder das Leben ist ein Furz in der Laterne.
Zu dem in Münster lebenden Romanisten Harald Weinrich schreibt die Jury, die Auszeichnung ehre einen Schriftsteller, der als Linguist und Literaturkenner, als Essayist und als Übersetzer Jahrzehnte hindurch die französische und die deutsche Kultur als geschichtliche Einheit und als Zukunftsprogramm aufgefasst und aufgebaut hat. Zuletzt erschien von Weinrich im Verlag C.H. Beck eine Kleine Literaturgeschichte der Heiterkeit.
Der Preis wird am 20. September in Breitbachs Heimatstadt Koblenz verliehen. Am Vorabend der Preisverleihung findet eine Lange Lesenacht statt, zu der alle bisherigen Preisträger eingeladen sind.
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