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Bertelsmann: Deutliche Ergebnisverbesserung trotz „schwieriger Wirtschaftslage“ / Pressekonferenz live im Internet zu verfolgen / Thielen: „Kostenbetrachtung wichtig, aber neue Produkte auch“

In der heute früh in Berlin gelaufenen Bilanzpressekonferenz (war wie von uns heute frh gemeldet auf der Website http://www.bertelsmann.de zu verfolgen) hat der Bertelsmann Konzern eine Ergebnisverbesserung in fast allen Unternehmensbereichen gemeldet. In Merksätzen drückt sich das so aus: Das Unternehmen erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr eine „operative“ Umsatzrendite von 5,1 Prozent (3 % im Vorjahr); die laufenden Geschäfte seien gegen den Markttrend gestärkt gestärkt worden. Der Jahresüberschuss liegt mit fast einer 1 Mrd. € auf „hohem Niveau“. Dr. Gunter Thielen, der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann AG: „Wir setzen weiter auf Kreativität und die Stärke unserer Produkte“. Denn „das Achten auf die Kosten ist wichtig, aber neue Produkte sind auch wichtig“.

Der Konzernumsatz lag – vor allem bedingt durch die Dollarschwäche – mit 18,3 Mrd. € leicht unter der Pro-Forma-Zahl des Vorjahres (19,0 Mrd. €). Die Zahl der Beschäftigten betrug zum Jahresende 80.632 (Ende 2001: 80.296).

Die Bertelsmann AG hat damit 2002 in den laufenden Geschäften deutlich mehr als im Vorjahr verdient. Alle Unternehmensbereiche konnten 2002 ihre Ertragslage nachhaltig verbessern und – bis auf die DirectGroup – schwarze Zahlen schreiben. Das Operating EBITA des Konzerns stieg auf 936 Mio. € von 573 Mio. € (pro forma) im Vorjahr. Dabei sind 2002 die Internetverluste im Operating EBITA enthalten, während das Operating EBITA des Vorjahres Internet-Verluste von 808 Mio. € nicht enthielt. Diese Darstellung des Ergebnisses 2002 entspricht der Ausrichtung, Internetaktivitäten nur noch als Teil der Kerngeschäfte weiterzuführen.

Gunter Thielen: „Bertelsmann hat seine Kräfte auf die Kerngeschäfte konzentriert, die Verlustquellen reduziert und die Ertragskraft markant gesteigert. Wir haben im laufenden Geschäft deutlich mehr als im Vorjahr verdient und uns in einer schwierigen Wirtschaftslage behauptet. Wir haben Synergiepotenziale ausgeschöpft und mit kreativen Spitzenleistungen unsere Marktpositionen ausgebaut. Für 2003 rechnen wir trotz eines unverändert schwierigen konjunkturellen Umfelds mit einem stabilen Konzernumsatz und weiter steigenden operativen Erträgen.“

Der Buchverlagsgruppe Random House sei es „mit verlegerischen Erfolgen und strengem Kostenmanagement“ gelungen, der weiterhin schwachen Buchkonjunktur zu trotzen. Das Wachstum des Umsatzes wurde aber durch die Dollarschwäche wieder ausgeglichen, so dass der Umsatz bei 2 Mrd. € auf Vorjahresniveau stagnierte. Das Operating EBITA kletterte hingegen auf 168 Mio. € (Vorjahr: 33 Mio. €). Random House habe seine Aufwendungen für Administration und operative Abläufe erheblich reduziert, ohne „die verlegerischen Möglichkeiten seiner weltweit rund 100 Einzelverlage einzuschränken“. Die Buchverkäufe konnten nach zwei für die Branche wirtschaftlich schwächeren Jahren insbesondere im englischsprachigen Raum wieder gesteigert werden. Dadurch konnte Random House die Rezession auf dem deutschsprachigen Buchmarkt überkompensieren. Die Random House Group, zu der Großbritannien, Australien, Asien und Südafrika gehören, zeigte das beste Ergebnis aller regionalen Geschäftsbereiche und erreichte wieder eine Umsatzrendite von zwölf Prozent. In den USA, Groß-britannien und Deutschland platzierte Random House mehr als 300 Titel auf den führenden Bestsellerlisten. Auf den Bestsellerlisten der New York Times gelang Random House mit 182 Titeln im vierten Jahr in Folge der Branchenrekord.

Die DirectGroup, zu der Buchclubs, Musikclubs und eCommerce-Aktivitäten in 20 Ländern gehören, erzielte 2002 einen Umsatz von 2,7 Mrd. € (Vorjahr: 3,1 Mrd. €). Der Rückgang ist im wesentlichen auf eine Bereinigung der Mitglieder-Bestände im US-Musikclub, auf den weitgehenden Ausstieg aus dem reinen eCommerce mit Medienprodukten sowie – aufgrund der starken US-Präsenz – auf die Dollarschwäche zurückzuführen. Das Operating EBITA betrug minus 150 Mio. € und lag damit unter dem Operating EBITA des Vorjahres von minus 61 Mio. €. Dabei sind im Operating EBITA 2002 die Internetverluste enthalten, während das pro forma errechnete Operating EBITA des Vorjahres um Internetverluste von 399 Mio. € bereinigt wurde. Unter Berücksichtigung der Internetverluste 2001 hat sich das Operating EBITA folglich um 310 Mio. € verbessert. Im August 2002 löste Ewald Walgenbach, vormals Chief Operating Officer von Bertelsmann, Klaus Eierhoff als Leiter der DirectGroup ab. Mit diesem Wechsel fokussierte sich der Unternehmensbereich auf die Club-Geschäfte, bereinigte sein Portfolio und unternahm eine umfassende Restrukturierung. Dazu gehörte vor allem der Rückzug, die Eingliederung oder Umstrukturierung von BOL und CDNOW. Die Mehrzahl der Clubgeschäfte war 2002 wieder operativ profitabel. Von den großen Clubs schafften nur Deutschland und Großbritannien nicht den Weg zurück in die Gewinnzone.

BertelsmannSpringer erzielte 2002 einen Umsatz von 731 Mio. € (Vorjahr: 748 Mio. €). Der Umsatzrückgang ist hauptsächlich auf die deutlich verschlechterte Anzeigenkonjunktur vor allem im Business-To-Business-Segment zurückzuführen. Das Operating EBITA betrug 71 Mio. € (Vorjahr: 59 Mio. €). Der Unternehmensbereich, unter dessen Dach rund 25.000 Buchtitel und 700 Fachzeitschriften erscheinen, wird seit August 2002 von Arnold Bahlmann geleitet und soll im Laufe des ersten Halbjahrs 2003 verkauft werden.

Erläuterungen:
Operating EBITA: Das Operating EBITA ist das Ergebnis vor Finanzergebnis, Steuern und Abschreibungen auf Firmenwerte und firmenwertähnliche Rechte sowie vor Veräußerungsgewinnen bzw. –verlusten und Sondereinflüssen, vor allem Restrukturierungskosten. Internetverluste sind ab 2002 im Operating EBITA enthalten.

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