Der belgische Schriftsteller Hugo Claus (Hauptpreis) und die in Berlin lebende Übersetzerin Barbara Antkowiak (Anerkennungspreis) sind die diesjährigen Preisträger des »Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung«. Die Laudatio auf Claus wird der Intendant der Berliner Festspiele, Dr. Joachim Sartorius, halten.
Sartorius, von Haus aus Jurist, war von 1974 bis 1986 im diplomatischen Dienst tätig, von 1986 bis 1994 Leiter des Künstlerprogramms des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und von 1996 bis 2000 Generalsekretär des Goethe-Instituts in München, bevor er nach Berlin wechselte. Einen international geschätzten Namen machte sich der Laudator auch als Übersetzer internationaler Lyrik – beispielsweise von Hugo Claus – sowie als Autor. Barbara Antkowiak wird von dem serbischen Autor Bora Ćosić gewürdigt, dem letztjährigen Hauptpreisträger in Leipzig.
Mit der Vergabe des mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreises würdigt die Jury »das Gesamtwerk von Hugo Claus, in dem er immer wieder die Abgründe der modernen Zivilisation auf allen ihren Ebenen, die aus dem Inneren der Gesellschaft kommende Gewalt und die Heuchelei in der politischen Szene unbarmherzig und zugleich mit viel Sinn für das Groteske und Absurde schildert«.
Der »Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung« wurde vom Freistaat Sachsen, der Stadt Leipzig und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels gestiftet und wird jetzt zum zehnten Mal verliehen. Die Preisverleihung findet am letzten Tag der Leipziger Buchmesse, dem 23. März 2003, um 11 Uhr im Festsaal des Alten Rathauses statt.
Am Sonnabend, dem 22. März 2003, stellt sich Hugo Claus auf der Messe um 15 Uhr dem Publikum (Forum 1, Halle 2). Unter dem Titel »Unfromme Gebete« liest er aus seinem Werk.