Heute in der LITERARISCHEN WELT“ ein Interview mit Piper Verleger Viktor Niemann, den es jetzt in die Bonnier Deutschland Holding zieht [mehr…]. Interessant dabei eine Passage in dem Text, die zu weiteren Spekulationen um den möglichen Verkauf der Verlage der HEUL Gruppe durch den Axel Springer Konzern [mehr…] führen werden. Niemann auf Befragen über die derzeitige Situation: „Ein Käufermarkt sei das jetzt, sagt er. Wohl noch nie sind so viele Verlage auf dem Markt gewesen. Und ganz bestimmt, davon ist Niemann überzeugt, wird in Kürze etwas passieren. Er aber (da droht er dann doch ein bisschen aus seiner Rolle des Understatementspezialisten zu fallen), er sei nicht dabei.
Niemann will sich Zeit lassen. Niemand von den Schweden drängt ihn auch bei seinen Bemühungen, die Präsenz der Bonniers im wichtigen deutschen Markt zu verstärken. Es muss in die Struktur von Bonnier-Deutschland passen.
Auf gar keinen Fall will er sich dabei in die Karten gucken lassen. Als schöne, reizvolle Idee bezeichnet er etwa den in Gespräch gebrachten Vorschlag, doch Ullstein zu übernehmen, wenn es irgendwann mal soweit ist und das Kartellamt verbietet, dass Bertelsmann die komplette Heyne-Econ-Ullstein-List-Gruppe von Springer übernimmt. Reizvolle Idee, mehr nicht. Jedoch: „Wer weiß?“ (Niemann)
Was weiß Niemann aber, was könnte denn den Bonniers in Deutschland noch fehlen? Na, einen Sachbuchverlag kann sich Niemann noch vorstellen in seinem Verlagssortiment, der dann das in einigen Bereichen eher aufs Populäre zielende Sachbuchprogramm von Piper nach oben abrundet. Ja, und dann könne er sich als Ergänzung für die Serie Piper, die eher „upmarket“ ausgerichtet sei, einen Verlag denken, der mehr den Boulevard bedient, kommerzielleren Charakters ist.