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Luchterhand-Verkauf / Verlegerin Dr. Sabine Groenewold (EVA / ROTBUCH) über den Luchterhand-Kommentar von Hendrik Markgraf im Börsenblatt

Der Kommentar von Hendrik Markgraf im Börsenblatt vom 02.11.01 „Seitenwechsel für mehr Sicherheit“ veranlasste Verlegerin Dr. Sabine Groenewold (EVA / ROTBUCH) zu folgender Replik:

Luchterhand, erfahren wir, wird von Random House übernommen und die „Phase der Überlebenskämpfe“ hat ein Ende. Der Verlag verliert zwar die Unabhängigkeit, aber der Geschäftsführer kann weiterhin verlegerisch selbstständig agieren und gewinnt noch dazu finanzielle Sicherheit, ja kann sogar den „Autorenstamm“ erweitern. Zwar, so das „Börsenblatt“, die Verlagskonzentration setzt sich fort, in Wahrheit jedoch zum Besten aller: Denn nun endlich kann man in Ruhe Bestseller produzieren, kann „anspruchsvolle“ Inhalte vorlegen und nicht zuletzt „professionell“ verwerten, was den Autoren dient. Random leuchtet – der „Kulturverfall“ ist abgewendet.
Einige Fragen hierzu: Darf Trageiser tatsächlich verlegerisch selbstständig agieren, d.h. Risiken eingehen, Verluste machen? Können wir glauben, dass Random House sich, neben btb, Blessing, Berlin, einen weiteren belletristischen Verlag aneignet, nur zum Besten der Autoren und um anspruchsvollen Inhalten zu dienen?
Wie sollen wir, unabhängige Verleger, mit der Disqualifizierung in punkto Professionalität, Budget, Personalausstattung, die uns das „Börsenblatt“ hier bescheinigt, in Zukunft umgehen? Müssen unabhängige Verlage sich nicht dem Wettbewerb und dem Markt stellen, müssen sie nicht durch Leistung und erfolgreiche Bücher überzeugen? Hat Trageiser seine Autoren in den letzten Jahren nicht „professionell“ verwertet? Aufbau? Wagenbach? Suhrkamp? Antje Kunstmann? Eichborn? Europäische Verlagsanstalt/Rotbuch Verlag? Es hätte diesem Ereignis nicht geschadet, hätte das „Börsenblatt“ sich die Mühe gemacht, die PR-Argumente von Random ein wenig zu hinterfragen: Marktbereinigung und Marktmacht, Recht- und Substanzhunger wären da zu nennen, ebenso dass die Verdrängung gehobener TB-Verlage – wie Diogenes, Piper, Aufbau – manche Millionen gegenüber einer Marktneueinführung erspart.
Leuchtet Random?

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