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Heute eröffnet die Frankfurter Buchmesse / Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen

Die Frankfurter Buchmesse werde nicht abgesagt, hatten die Organisatoren bald nach dem 11. September erklärt, weil sie der Ort für den kulturellen Dialog über Landes- und Sprachgrenzen hinweg ist. Den Triumph, diesen Dialog zu stoppen, wollte Messedirektor Lorenzo Rudolf dem Terrorismus nicht gönnen. Doch blieb die Frage, wie viele Verlage, zumal amerikanische und israelische, die Anreise scheuen würden. Ohne die Präsenz der Vereinigten Staaten, die in Frankfurt stets sehr gut vertreten sind und sich in diesem Jahr mit 792 Ausstellern angemeldet hatten, verlöre die Messe einiges an Format, schreibt heute die NZZ.

Sollte die Militäroffensive jetzt daran nicht noch kurzfristig etwas ändern, so halten sich die Stornierungen in Grenzen. Bis Freitag letzter Woche hatten unter Bezug auf den 11. September 37 Aussteller ihre Buchung zurückgezogen, darunter je eine Absage aus Australien, der Türkei und Südafrika, zwei aus dem Gastland Griechenland und drei aus Japan.

Aus den USA kamen 23 Absagen, überwiegend von kleineren Häusern wie Blue Mountain, einem Produzenten von Postkarten, dem Satiremagazin MAD oder der Syracuse University Press, deren Programmschwerpunkte lauten: «Jewish, Middle East, Irish, Women’s and native American studies». Mit dem New Yorker Verlag Rizzoli, einem der führenden amerikanischen Verlage für Architektur- und Fotobände, fehlt der Messe in diesem Jahr einer der Grossen; es sei dies aber, verlautet dazu von Seiten der Messe, unter den Absagen der prominenteste Name.

Natürlich trifft man in Frankfurt verschärfte Sicherheitsvorkehrungen. Mehr Polizei, mehr Personenkontrollen erscheinen als das Gebot der Stunde. Aus naheliegenden Gründen wird es keine Schliessfächer geben. Die Organisatoren wollen, wie Pressesprecher Rüdiger Wischenbart sagt, «bei jedem Stand in bestimmten Bereichen Sicherheitsbeauftragte nominieren». Für die Zeiten ohne Publikumsverkehr steht eine genauere Inspektion der Hallen auf dem Programm. In Frankfurt ist man in solchen Dingen nicht unerfahren, Bombendrohungen hat es früher schon gegeben.

Am gestrigen Montag, zur Frankfurt Big Questions Conference, die in diesem Jahr erstmals stattfindet und künftig regelmässig im Vorfeld der Messe abgehalten werden soll, übten die angereisten Verleger business as usual. Der Militärschlag der USA wurde angesprochen, aber unaufgeregt. Dass Peter Olson, Herr der Bücher im Imperium von Bertelsmann/ Random House mit Sitz in New York, seinen Vortrag kurzfristig abgesagt hatte und nicht erschien, nahm man als Wermutstropfen hin.

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