Die Deutsche Bücherdatenbank
Die DBDB ist eine Datenbank für Bücher und andere Medien im Buchhandel, die aus einer Kooperation zwischen den Barsortimenten KNO, KV und Libri entsteht. Sie versteht sich als Dienstleistung der drei großen Barsortimente, die der Branche (Verlagen, Sortiment und Zwischenbuchhandel) Rationalisierungs- und Marketingvorteile bringen wird. Sie ist ein anwender-optimiertes System auf technisch neustem Stand, um den Handel (den stationären Buchhandel wie den Online-Handel) umfassend und kostenminimiert über alle Neuerscheinungen, Preisänderungen, neue Auflagen usw. schnellstmöglich zu informieren.
Wie funktioniert die DBDB?
In die DBDB sollten alle Verlage ihre Titel ab Oktober 2001 melden und aktualisieren. Zur Verkaufsförderung können neben den bibliographischen Grundinformationen auch Zusatzinformationen wie Inhaltsangaben, Inhaltsverzeichnisse, Rezensionen und Cover-Abbildungen eingegeben werden. Für die Teilnahme an der DBDB wird es 3 Grundvoraussetzungen geben:
1. Zielsetzung ist es, dass in der DBDB nur Produkte enthalten sind, die für den Buchhandel von Interesse sind. Es können vorerst nur Titel eingestellt werden, die eine ISBN oder EAN haben, da eine klare Identifikationsnummer benötigt wird.
2. Aus Qualitätsgründen können die teilnehmenden Verlage nicht auswählen, welche Titel sie in die DBDB einstellen wollen, sondern sie müssen alle ihre angekündigten und lieferbaren Titel aktuell einpflegen und diese zukünftig mit den entsprechenden Lieferbarkeitsangaben (angekündigt, erschienen/lieferbar, vergriffen) versehen.
3. Verlage müssen ihre Titel aktuell pflegen und die Titelgebühren bezahlen.
Für Verlage, die bis zum 31.12.2001 ihre Titel in die DBDB melden, ist die Titelmeldung bis zum 30.6.2002 frei. Für die Listung pro Katalogjahr (1.7. bis 30.6. des Folgejahres) ist eine Gebühr von 0,5 Euro pro Titel und Katalogjahr vorgesehen. Für die Präsentation von Zusatzinformationen und Cover-Abbildungen wird es Zusatzgebühren geben, die rechtzeitig bekannt gegeben werden.
Am Anfang wird die DBDB einmalig mit den zwischen den Barsortimenten abgeglichenen Daten aus den BS-Datenbanken gefüllt. Anschließend sind die Verlage selbst für die weitere Entwicklung und Datenqualität maßgeblich verantwortlich.
Die DBDB ist eine Datenbank für einen geschlossenen Benutzerkreis. Verlage können dort ihre Titel einpflegen und daher auch nur ihre Titel einsehen und ändern. Buchhändler und andere Internetnutzer werden auf diese Verlags-DBDB nicht zugreifen können.
Für Buchhändler werden die Barsortimente KNO, KV und Libri jeweils eigenständige Datenbanken anbieten (Sortiments-DBDB), die auf Informationen aus der Verlags-DBDB basieren. Diese dient sozusagen als Mutter- bzw. Produktionsdatenbank.
Welche Datenbanken werden die Barsortimente ihren Kunden anbieten?
Den Kunden der Barsortimente wird eine Datenbank angeboten werden, die separat von der Datenbank mit den im Barsortiment geführten Titeln und bei entsprechendem Datenvolumen auch separat auf einer eigenen CD-ROM erscheinen wird. In moderne Bibliographiersysteme, wie sie von den Barsortimenten und den meisten Softwarehäusern angeboten werden, kann die zusätzliche Datenbank genau so eingebunden werden, wie es unsere Kunden bisher gewohnt sind, wenn sie in mehreren Datenbanken bibliographieren.
Es bestanden durchaus Überlegungen, die Titel aus der DBDB in die Barsortiments-Datenbanken zu integrieren. Dagegen standen aber nicht nur die erwarteten Datenvolumina, sondern auch der Wunsch aus dem Sortiment, bei Kundenanfragen immer zuerst nur die Titel anzuzeigen, die kostengünstig über die Barsortimente bezogen werden können. In der Sortiments-DBDB werden alle von den Verlagen gepflegten Titel enthalten sein. Das bedeutet, dass die Barsortimente einen Titel in ihren Datenbanken durchaus zweimal anzeigen können: einmal in der Barsortiments-Datenbank mit Autopsiequalität und einmal in der Sortiments-DBDB mit der von den Verlagen gepflegten Qualität.
So wie die Teilnahme für die Verlage am Anfang kostenlos ist, wird eine Nutzung für die Kunden der Barsortimente anfangs kostenlos sein, bis so viele Titel recherchierbar sind, dass ein Mehrwert für die Kunden und damit auch eine Basis für Gebühren geschaffen ist.
Wir gehen davon aus, dass die erste Version der Sortiments-DBDB Anfang 2002 erscheinen kann. Wir werden dann allen unseren Kunden, die unsere BS-Datenbank beziehen, auch die Sortiments-DBDB zur Verfügung stellen. Unseren Partner-Buchhandlungen von „Buchkatalog.de“ wollen wir die Wahlmöglichkeit anbieten, die Titel der DBDB anzuzeigen oder nicht anzuzeigen. Es soll weiterhin die Möglichkeit erhalten bleiben, im kostenintensiven E-Commerce den Kunden nur die Titel anzubieten, die kostengünstig über die Barsortimente bezogen oder als Endkundenbelieferungs-Dienstleistung von den Barsortimenten direkt im Namen und Auftrag der Buchhandlung an die Enkunden versandt werden können.
Werden die Ergänzungsdatenbanken nicht weit von der Qualität der BS-Datenbanken entfernt sein?
Wir wollen uns auf die Aktualität der Daten, auf eine größtmögliche Qualität und eine kundenorientierte Verfügbarkeit und Funktionalität konzentrieren.
Die Aktualität können wir dadurch erreichen, dass wir den Verlagen einen möglichst einfachen Weg zur Eingabe und Pflege ihrer Titeldaten zur Verfügung stellen. Eine „Zettelwirtschaft“ von Meldeformularen, die hin und her geschickt werden, wird es nicht geben, sondern nur noch einen elektronischen Datenaustausch. Hierzu werden alle gängigen Schnittstellen zum Datenaustausch und eine Online-Erfassungsmaske angeboten. Dadurch kann jeder noch so kleine Verlag seine Titel problemlos in die Verlags-DBDB einpflegen. Es wird nicht mehr benötigt als eine PIN zur Identifizierung und ein Internet-Ansschluss, der notfalls auch in einem Internet-Cafe zur Verfügung steht. Damit sind alle Voraussetzungen zu einer Titelpflege mit hoher Aktualität gegeben. Sollten Verlage trotzdem nicht ihre Titel zeitnah pflegen, so werden wir die Verlage durch elektronische Rückmeldung daran erinnern und notfalls auch auf Verlage und ihre Titel verzichten, bevor wir in Gefahr geraten, falsche Informationen anzuzeigen.
Unsere Strategie ist es, den Verlagen die Verantwortung für die Qualität ihrer Titeldaten zu überlassen und ihnen hierzu alle Möglichkeiten anzubieten. Ergänzend werden wir den Verlagen zur Seite stehen und über intelligente Agenten, Referenzdateien und Plausibilitäts-Checks Qualtitätsmängel identifizieren und an deren Verbesserung mithelfen. Falls diese Maßnahmen nicht zu einer ausreichenden Qualität der Daten führen sollten, können weitere schon projektierte Qualitätsverbesserungen durch die Barsortimente vorgenommen werden.
Die Verfügbarkeit und Funktionalität werden die gleichen wie bei den bewährten Datenbank- und Bibliographierprodukten der Barsortimente sein, da die Referenzdatenbank in diesem Umfeld entwickelt und betrieben wird.
Können Barsortimente eine neutrale Datenbank anbieten? Wird es nicht Abhängigkeiten geben?
Die Barsortimente KNO, KV und Libri sichern eine Neutralität der DBDB zu. Jeder Verlag kann in diese Datenbank seine Titeldaten melden, sofern er die Bedingungen für die Datenqualität erfüllt und die Gebühren bezahlt. Sind alle Bedingungen erfüllt, verpflichten sich die Barsortimente die gemeldeten Titel anzuzeigen. Eine Teilnahme an der DBDB wird nicht mit dem Barsortimentsgeschäft bzw. mit Konditionen für die Barsortimente verknüpft. Verlage oder lieferbare Titel, die gleichgültig aus welchem Grund nicht mehr im Barsortment und in der Barsortimentsdatenbank geführt werden, sind weiterhin in der DBDB verzeichnet.
Die Barsortimente sind sich darüber im Klaren, dass die DBDB nur Erfolg haben kann, wenn sie selbständig geführt wird und die Verlage die Sicherheit haben, dass keine Verknüpfung zu Konditionsverhandlungen besteht.
Welchen Nutzen und welche Vorteile hat das Sortiment?
Für das Sortiment steht der Nutzen der Aktualität der Sortiments-DBDB im Vordergrund. Zielsetzung ist es, dass Informationen, die von den Verlagen eingepflegt wurden, tagesaktuell zur Verfügung stehen. Eine tägliche Aktualisierung wird genauso wie bisher für die BS-Datenbanken bevorzugt über FTP oder auch über Mailbox zur Verfügung stehen.
Eine einheitliche und konsistente Schlagwortsystematik wird die Recherche vereinfachen und die Trefferquote erhöhen. Da bisher alle Datenbankanbieter ihre eigene Schlagwortsystematik verwendet haben, konnte ein Thema nicht überall unter demselben Begriff gefunden werden, wie z.B. Weltall, Kosmos, Weltraum, Universum etc. Wurde bei der Recherche über mehrere Datenbanken nicht das spezifische Schlagwort verwendet, so konnte es vorkommen, dass nur eine eingeschränkte Trefferquote erreicht wurde.
Die Installation, Aktualisierung, Stabilität und Performance werden die bisherige Qualität der Barsortimentsdatenbanken haben. Bei Problemen wird bei den Barsortimenten die Hotline beide Datenbanken betreuen.
Welchen Nutzen und welche Vorteile haben die Verlage?
Verlage erreichen durch die Teilnahme an der DBDB eine Förderung ihrer Verkaufsmöglichkeit für ihre Titel. Zum einen durch die einheiliche Schlagwortsystematik, die einen optimierten Zugriff auf das Verlagsangebot ermöglicht, zum anderen dadurch, dass die Sortiments-DBDB allen Kunden der Barsortimente zur Verfügung stehen wird. Dies ist eine deutliche Verbesserung für die Verlage, da ca. 40% der Barsortimentskunden gar kein VLB haben.
Die Titelmeldung erfolgt in Zukunft nur noch zentral an die Verlags-DBDB, so dass Verlage ihre Titel nicht mehr an mehrere Barsortimente melden müssen.
Welche Motivation haben KNO, KV und Libri, eine solche Datenbank zu betreiben?
Aufgrund des vom Sortiment, aber auch von vielen Verlagen, häufig geäußerten Wunsches haben sich die Barsortimente entschlossen, dem Buchhandel ergänzend zu den Barsortiments-Datenbanken eine weitere Dienstleistung anzubieten, in der Verlage alle ihre Titel verzeichnen können. Kernpunkt war die Forderung nach hoher Performance, Stabilität, Kundenorientierung und vor allem Aktualität, die in direktem Zusammenhang mit Datenqualität steht. Es sollte unter anderem vermieden werden, dass durch nicht stimmige Preise im Sortiment permanent und unwissend und damit unverschuldet die Preisbindung verletzt wird. Außerdem soll Mehrarbeit im Sortiment durch Anzeige von vergriffenen Titeln, die als lieferbar gekennzeichnet sind, vermieden werden.
Die Motivation, eine Datenbank für nicht im BS geführte Titel aufzubauen, entstand nicht primär aus einem Eigeninteresse der Barsortimente, da für diese weder ein Zusatzumsatz noch profitable Einnahmen durch die DBDB selbst zu erwarten sind. Sehr wohl erwarten die Barsortimente jedoch durch den Aufbau der DBDB sowohl für sich selbst, als auch für Verlage und Sortiment einen weiteren Rationalisierungsgewinn durch verbesserten Datenfluss und eine höhere Qualität der Daten-Informationen. Auch das VLB wird sicherlich weiterhin bestehen und seine Aufgaben erfüllen. Den Barsortimenten geht es vor allem darum, der Branche eine Alternative anzubieten, die primär das Ziel hat, alle für den Handel relevanten Titel zuverlässig zu verzeichnen.
Wir freuen uns sehr darüber, dass die Resonanz im Sortiment ausgesprochen positiv ist und dass man gespannt auf die neue Datenbank wartet. Auf der anderen Seite haben inzwischen viele und auch wichtige Verlage ihre Teilnahmebereitschaft erklärt.







