Home > Archiv > Die neue Libro-Attacke provoziert die erwarteten Konter der Verlage. Und Rettberg wehrt sich gegen die Liefersperren

Die neue Libro-Attacke provoziert die erwarteten Konter der Verlage. Und Rettberg wehrt sich gegen die Liefersperren

Die neue Libro-Attacke provoziert die erwarteten Konter der Verlage. Und Rettberg wehrt sich gegen die Liefersperren. Libro unterläuft die Preisbindung (s. Meldung vom Vormittag) – und die Reaktionen bleiben nicht aus. Der Börsenverein hat im Vorfeld mit der Bundesregierung und dem österreichischen Hauptverband die Rahmenbedingungen zum Erhalt der Preisbindung geschaffen, jetzt sind die Verlage als Herren der Preisbindung an der Reihe. „Wir werden Liefersperren verhängen“, erklärten die Big Player Bertelsmann, Holtzbrinck und Axel Springer (Buchverlage) bereits im Mai auf unsere Frage, wie sie auf einen Preisbindungsverstoß durch einen Internet-Buchhändler im Ausland reagieren würden (BM 5/00: „Die Konzerne zeigen Flagge“). Vom aktuellen Libro-Vorstoß betroffen sind u.a. die Verlage Argon (S.Fischer), Beck, Bertelsmann, BI, Carlsen, Droemer, Diogenes, DVA, Econ, Goldmann, Heyne, Piper, Scherz, Schäffer-Poeschel. Einige haben bereits Liefersperren verhängt, andere bereiten sie vor. Selbst aktuell noch gar nicht betroffene Verlage beziehen bereits Position. Für Rowohlt zum Beispiel erklärt GF Dr. Helmut Dähne: „Wenn Libro unter Ladenpreis liefert, werden wir sofort sperren!“Der Libro-Vorstandsvorsitzende André Rettberg wiederum erklärt „zu dem von deutschen Verlagen verhängten Lieferboykott der Libro AG und ihrer Tochterunternehmen“: „Das Verhalten der deutschen Verlage ist ungerechtfertigt und ungesetzlich. Es widerspricht eindeutig dem Rechtsrahmen, den die Europäische Kommission für den grenzüberschreitenden Buchhandel gesetzt hat. Wir werden uns mit allen uns zur Verfügung stehenden rechtlichen Mitteln dagegen zur Wehr setzen. Am heutigen Tag haben wir bereits offiziell Beschwerde bei der Europäischen Kommisssion wegen Verdachts des verbotenen Preiskartells eingelegt. (…) Wir haben die Preise im Internet bei lion.cc gesenkt. In den Niederlassungen von Libro und Amadeus halten wir die Preisbindung ein. Gleichwohl sind wir auch dort mit Liefersperren belegt worden. Auch gegen diesen dreisten Gesetzesverstoß werden wir unverzüglich den Klageweg beschreiten. Wir haben mit den Gegenmaßnahmen der Verlage gerechnet und sind gut darauf vorbereitet. Wir werden dafür Sorge tragen, dass die Konsumenten auch weiterhin in den Genuss preisgünstiger Bücher kommen.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert