Dass die golden 90er Jahre für das Bibliographische Institut & F.A. Brockhaus Aktiengesellschaft Mannheim (BIFAB) vorbei sind, dass wissen die rund 380 Mitarbeiter des Unternehmens schon seit 1.Oktober vorigen Jahres – und auch, dass der Umsatzrückgang von in der Spitze 200 Mio. auf für dieses Jahr befürchtete nur noch 100 Mio. den Vorstand des Unternehmens zum Handel zwingt.
Heute brachte der „Mannheimer Morgen“ unter der Schlagzeile: „Brockhaus Vorstände greifen zum Rotstift/Mindestens 70 Arbeitsplätze in Gefahr“ die Problematik in die Öffentlichkeit und auch, dass der Betriebsrat ein anderes, mitarbeiterverträgliches Modell favorisiere, das ohne betriebsbedingte Kündigungen auskäme.
Dr. Karl-Josef Schmidt, im BIFAB-Vorstand verantwortlich für Finanzen, Verwaltung und Personal, bestätigt, dass die dort genannten Zahlen leider stimmen und man vor einem schweren Schnitt stehe. Denn: rund zwanzig Arbeitsplätze durch Auslaufen von Verträgen, Erreichen der Altersgrenze u.a. seien schon abgebaut, aber vermutlich werde die Kürzung immer noch rund 50 Arbeitsplätze betreffen.
Allerdings sei der nach Rekordjahren zu erwartende Umsatzrückgang nur zum Teil verantwortlich dafür, dass das Unternehmen Personal abbauen müsse: Gründe seien genauso das Auslaufen zweier Großwerke und die Notwendigkeit, künftig flexibler auf Trends reagieren zu können. Das ginge nur mit einer neuen Lektoratsstruktur, die wesentliche Arbeiten bei Bedarf an freie Mitarbeiter außer Haus geben könne.
Der Betriebsrat übt allerdings Kritik an der Unternehmensstrategie: Für solche Entscheidungen „müssen wir den Kopf hinhalten.“







