Beim deutschen Ableger des Londoner Sachbuch-Verlags Dorling Kindersley, der im Herbst 1999 mit Ex-DuMont-Verleger Daniel Brücher an der Spitze gegründet wurde, sind die entscheidenden Weichen für den Vertrieb gestellt. Mit dem Erscheinen des ersten Programms (ab Mai wird der DK-Außendienst den Buchhandel mit 120 Titeln besuchen) übernimmt die LIBRI Distribution in Frankfurt die Auslieferung. Die Entscheidung für LIBRI begründet Brücher mit der Kompetenz und Erfahrung der LIBRI-Mitarbeiter. Vielversprechend sei auch die Erweiterung der Auslieferung in Frankfurt: Sobald der für 2000/2001 geplante Umzug des Barsortiments nach Bad Hersfeld stattgefunden hat, soll die gesamte Frankfurter Fläche von ca. 25.000 qm komplett für die Serviceleistungen der Verlagsauslieferung zur Verfügung stehen. Der finanziellen Verlust von ca. 75 Mio. DM, den das Londoner Mutterhaus vor kurzem eingestehen musste, habe aber, so Brücher, der mit seinem ersten deutschen Programm einen Umsatz zwischen 10 und 20 Millionen anpeilt, keinen Einfluss auf die deutschen Aktivitäten: Aus London wurde gemeldet, dass Dorling Kindersley-Geschäftsführer James Middlehurst seinen Platz räumen musste, weil er sich bei der Auflage des Stars Wars-Titels Episode One immens verkalkuliert hatte (von der 13 Mio.-Auflage konnten nur 3 Mio. Exemplare verkauft werden). Deshalb wurde gemutmaßt, dass Firmengründer und Executive Chairman Peter Kindersley, der bis zur Nachfolgeregelung von Middlehurst als Geschäftsführer eingesprungen ist, wegen der Fehlentscheidung in finanzielle Engpässe geraten sei und das Unternehmen verkaufen müsste. Völliger Unsinn, wiegelt Bücher ab. Ohne Frage wird das ein verlustreiches Jahr für die Engländer. Aber der Verlag kann das verkraften. Über einen Verkauf wird derzeit nicht nachgedacht. Jedenfalls nicht wegen der Star-Wars-Misere: Schon lange vor den Verkaufsgerüchten hatte der englische Internetprovider Freeserve (eine Tochter des Elektronik-Giganten Dixons) dem führenden englischen Sachbuchverlag (Umsatz : 600 Millionen DM) ein Übernahmeangebot von 1,3 Mrd. DM gemacht. Eine Summe, so Brücher, die man sich erst mal auf der Zunge zergehen lassen muss.
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Ossi Hejlek von der österreichischen Branchenzeitschrift Sortimenterbrief hat Tina Schwabe, Alexander Schulz und Andreas Hänisch von unserem Podcast alles BuchMarkt interviewt und einen Einblick hinter die Kulissen der Podcast-Entstehung gewonnen.