Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: „Das Ende einer radikalen Selbstbespiegelung, und ihr Höhepunkt“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

  • „Wer hineindarf und wer nicht“: Korrektur einer voreiligen Erwartung: Der Soziologe Steffen Mau erinnert daran, dass Globalisierung mit der Justierung von Grenzen einhergeht. „Es sind vor allem drei Beobachtungen, die der an der Berliner Humboldt-Universität beheimatete Soziologe miteinander verbindet: die eines Gestaltwandels der Grenze, durch den ein generelles Kontrollregime in eine Filterfunktion überführt worden sei; die der Entstehung von politisch-ökonomischen Makroräumen, innerhalb deren die Binnengrenzen gefallen und dafür die Außengrenzen des neuen Wirtschaftsraums umso mehr gehärtet worden sind; und schließlich die einer Sortierung zwischen denen, die als Einreisende gern gesehen und erwünscht sind, und jenen, die als unerwünscht gelten und deren Anwesenheit als hochgradig riskant angesehen wird.“
    Steffen Mau, Sortiermaschinen. Die Neuerfindung der Grenze im 21. Jahrhundert (C. H. Beck Verlag)
  • „Die Sklaverei des Narkokapitalismus“: Willkommen in der mexikanischen Dorfhölle: Fernanda Melchors Intimpanorama der Einsamkeiten und giftigen Begierden. „Wie schon in ihrem ersten auf Deutsch erschienenen Roman Saison der Wirbelstürme ist Fernanda Melchor in ihren messerscharfen Szenen aus dem Leben in der Provinz, wie Balzac es genannt hätte, in jedem Moment eindrücklich, präzise und zugleich hoffnungslos.“
    Fernanda Melchor, Paradais (aus dem Spanischen von Angelica Ammar; Wagenbach Verlag)

  • „Lieber wieder bieder?“: Der Soziologe Wolfgang Streeck kämpft gegen Medien und Eliten – und für den Nationalstaat. „Streeck verrennt sich.“
    Wolfgang Streeck, Zwischen Globalismus und Demokratie – Politische Ökonomie im ausgehenden Neoliberalimus (Suhrkamp)
  • „Blinzelt nicht einmal“: Ein unbekanntes Meisterstück des Politthrillers, zum ersten Mal auf Deutsch: John Mairs Es gibt keine Wiederkehr. „Ein Thriller vom Anfang der Vierziger in Großbritannien, man spürt darin, wie Gewissheiten sich zersetzen, die politische Situation immer undurchsichtiger wird.“
    John Mair, Es gibt keine Wiederkehr (Hrsg. Martin Compart, aus dem Englischen von Jakob Vandenberg; Elsinor Verlag)

  • „Ich beschließt zu sterben“: Mit dem Gedankenspiel Lieben schließt der norwegische „Schreibarbeiter“ Tomas Espedal seinen zehnbändigen Romanzyklus ab. „Es ist das Ende einer radikalen Selbstbespiegelung, und ihr Höhepunkt.“
    Tomas Espedal, Lieben (aus dem Norwegischen von Hinrich Schmidt-Henkel; Matthes & Seitz)
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