Danach fragen Kunden Umgeblättert heute – mit einem Beitrag „gegen die fatale Sehnsucht nach der geschlossenen Gesellschaft“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

 

 

„Der innere Pessimist – Meine beste Strategie gegen Depression und Entmutigung? Die schonungslose Konfrontation mit der Wirklichkeit. Denn der Scheißdreck wird nicht weggehen, außer, wir sorgen selbst dafür“, erklärt Lukas Bärfuss in der SZ-Serie „Licht an“. Zuletzt erschien von ihm eine Essay-Sammlung.

  • Lukas Bärfuss: Die Krone der Schöpfung (Wallstein)

„Europa, verdorben, geliebt – Julian Barnes erzählt von der neurotischen, blühenden Belle Époque. Sein Buch Der Mann im roten Rock ist ein Meisterwerk“ Cathrin Kahlheit meint: „… kein Roman. Auch kein schlichtes Sachbuch. Sondern ein wilder Ritt.“

  • Julian Barnes: Der Mann im roten Rock (Kiepenheuer & Witsch)

„Mutmaßungen über Musil“ – Ein Interview von Alex Rühle mit dem Wiener Künstler Julius Deutschbauer, der seit 1997 Menschen nach ihren ungelesenen Büchern befragt und im Anschluss die besprochenen Titel kauft. Mittlerweile ist seine „Bibliothek ungelesener Bücher“ auf mehr als 800 Werke angewachsen. Büchertisch-Thema?

„Mittelklassefamilie im Stress – Jonas Hassen Khemiris Romane über Einwandererfamilien in Schweden sind längst Weltbestseller. Sein neuer Roman Die Vaterklausel aber ist ein schwaches Buch.“ Sophie Wennerscheid erklärt: „Zeitgleich mit Die Vaterklausel wird Khemiris Debüt Das Kamel ohne Höcker und sein zweites Buch Montecore, ein Tiger auf zwei Beinen, beide zunächst bei Piper, wieder neu zugänglich gemacht. Außerdem der wirklich gute Roman Alles, was ich nicht erinnere, 2017 bei DVA, sowie das stärker politische Buch Ich rufe meine Brüder, neu bei Rowohlt. Schade ist nur, dass die frühen Bücher in der alten Übersetzung herausgegeben werden.“

  • Jonas Hassen Khemiri: Die Vaterklausel, aus dem Schwedischen von Ursel Allenstein (Rowohlt)

Und: „Erleichterung und Euphorie – In Frankreich ist der Umsatz der Buchhändler im Jahr 2020 nur um zwei Prozent zurückgegangen“, berichtet Joseph Hanimann. „Französische Buchhändler erzählen von neuen Lesern, die in ihrem Laden auftauchten, viele jüngere, aber auch Leute, die zuvor kaum mehr lasen und nun einfach genug haben vom Computerbildschirm im Home-Office.“

„Kinderbesuch in Auschwitz –Erstmal die richtige Aussprache lernen: Yasmina Rezas neuer Roman beschreibt den Gedenktourismus als absurdes Theater.“ In Frank­reich werde Serge von den Kriti­kern als Offen­ba­rung gele­sen und gera­de­zu als Erlö­sung zele­briert. In der Darstel­lung der Schoa stelle das Buch „zwei­fel­los einen Meilen­stein dar, wie Art Spie­gel­mans Comic Maus und Rober­to Benig­nis Spiel­film „Das Leben ist schön“, meint Jürg Altwegg.
  • Yasmina Reza: Serge (Flammarion)
„Warum liebt ihn nur keiner? – Kann man als Drachen aus Transparentpapier einer Familie Halt geben? Die slowenische Autorin Maja Gal Štromar geht den Spuren ihres verstorbenen Vaters nach und findet sich selbst“
  • Maja Gal Štromar: Denk an mich, auch in guten Zeiten, aus dem Slowenischen von Ann Catrin Bolton (Edition Converso)
„Was alles schiefgegangen ist – Bekenntnisse mit neunzig Jahren: Marguerite Andersens Ich, eine schlechte Mutter.“ Lena Bopp sagt: „eine Lebensbeichte, ein Rechenschaftsbericht, geschrieben in dem Wunsch, sich selbst zu prüfen.“
  • Marguerite Andersen: Ich, eine schlechte Mutter. Bekenntnisse, aus dem Französischen von Patricia Klobusiczky (Secession)

„Ein Buch der Unruhe gegen 28 Prozent – Funkkontakt mit den Toten: In seinen Oxford Lectures erklärt Durs Grünbein sein Schreiben.“ Kai Sina urteilt: „Mit seinen im besten Sinne engagierten Lectures leistet Durs Grünbein seinen Teil gegen die fatale Sehnsucht nach der geschlossenen Gesellschaft.“

  • Durs Grünbein: Jenseits der Literatur. Oxford Lectures (Suhrkamp)

„Diese schöne, verletzliche Heimat – Der Blick von außen: Cosmos!, ein Band mit planetarischer Poesie von Dana Ranga.“ Claus Leggewie über den Gedichtband: „Dass dieser mit Nasa-Bildern illustrierte Band bei Matthes & Seitz erscheint, passt zu dem in diesem Verlag gepflegten Nature Writing. Auch Rangas Arbeiten pflegen eine genaue Naturbeobachtung und setzen kosmologische Ausrufezeichen.“

  • Dana RangaCosmos! (Matthes & Seitz)

„Die Schande der Polizei – Hideo Yokoyamas bestechend fremdartiger Kriminalroman 50“ Sylvia Staude meint: „Ein feines psychologisches Panorama“.

  • Hideo Yokoyama50, aus dem Japanischen von Nora Bartels (Atrium)
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