Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: Zum Tode Eric Carles

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

  • „Ein blaues Pferd, warum denn nicht?“: Initiation im Land der Scharlatane: Zum Tod des Kinderbuchkünstlers Eric Carle. „Eric Carles Werk, allen voran „Die kleine Raupe Nimmersatt“, ist weltweit phänomenal erfolgreich, seine in mehr als achtzig Sprachen übersetzten Bücher wurden um die 150 Millionen Mal verkauft. Er gründete ein Museum in Amherst zur Bilderbuchkunst, und als 2019 im Museum Wilhelm Busch in Hannover aus Anlass von Carles neunzigstem Geburtstag eine Ausstellung zu 23 seiner Bücher eröffnet wurde, konnte man bei allen technischen Ähnlichkeiten doch eine große künstlerische Bandbreite wahrnehmen, nicht zuletzt durch unterschiedliche Grade der Flächigkeit bei den Protagonisten.“
  • „Vom Travestieclub in die bürgerliche Welt“: Das zentrale Sexualorgan sitzt zwischen den Ohren: Nora Eckert erinnert sich an ihre Selbstfindung als Transfrau im West-Berlin der siebziger Jahre. „Für genau diese Begutachtungsprozeduren haben sich die Mitglieder des Bundestages wieder ausgesprochen, als sie am 19. Mai 2021 gegen eine Reform des Transsexuellengesetzes stimmten. Sie mögen dieses Buch lesen.“
    Nora Eckert, Wie alle, nur anders. Ein transsexuelles Leben in Berlin (C. H. Beck Verlag)
  • „Ein exaltierter Dichter für die Pfeffersäcke“: Anbahnung des Faschismus? Dominique Kirchner Reill wirft neues Licht auf Gabriele D’Annunzios politisches Abenteuer in Fiume. „D’Annunzios eigene Version seiner Zeit in Fiume habe allzu oft unreflektiert ihren Weg in die Geschichtsschreibung gefunden, bemängelt Kirchner Reill.“
    Dominique Kirchner Reill, The Fiume Crisis. Life in the Wake of the Habsburg Empire (Harvard University Press)
  • „Verbracht nach Köln“: „Zum 150. Jahrestag des deutsch-französischen Krieges ist kaum ein originelleres Buch erschienen als dieses. Mario Kramp, Direktor des Kölnischen Stadtmuseums, widmet es kriegsgefangenen Franzosen.“
    Mario Kramp, 1870/71 – Franzosen in Köln. Die vergessenen Gefangenen des Deutsch-Französischen Kriegs (Verlag Ralf Liebe)
  • „Hamburger Labyrinthe“: „Insgesamt neun Künstlerinnen und Künstler stellt Kramer vor. Die Auswahl ist vor allem dem Kriterium der kulturellen Transgression geschuldet (vier der Maler sind in Ostasien aufgewachsen, einer hat lange in Tansania gelebt). Die Perspektive wird dabei im Verlauf des Bandes zunehmend fokussierter: von der großen synoptischen Geste des ersten Kapitels über eine Rekapitulation der Tradition von Künstlern als Ethnographen im zweiten zu den Beschreibungen der im Anhang aufgenommenen Bildtafeln.“
    Fritz W. Kramer, Unter Künstlern. Erkundungen im Lerchenfeld (Textem Campo)

  • „Der verborgene Gott“: Grete Weils endlich neu aufgelegter Roman Tramhalte Beethovenstraat über die deutsche Besetzung der Niederlande. „Der „Verlag Das kulturelle Gedächtnis“ ist eine besondere Einrichtung. Der Verlag ist kein kommerzielles Unternehmen, sondern eine Art Bund literarisch interessierter Menschen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Büchern, die es noch nie oder noch nie so oder schon lange nicht mehr zu lesen gab, einen Platz in der Öffentlichkeit zu verschaffen.“
    Grete Weil, Tramhalte Beethovenstraat (Verlag Das kulturelle Gedächtnis)

  • „Alles auf Farbe“: Eric Carle hat nicht nur die Raupe Nimmersatt geschaffen. Er hat auch gezeigt, wie liebenswert ein jedes Geschöpf ist. „Aber dank ihm wird es wohl immer Menschen geben, die beim Anblick einer Raupe an den Schmetterling denken, in den sie sich eines Tages verwandeln wird. Und vielleicht auch daran glauben – so wie es Eric Carles Hoffnung war –, dass auch sie sich eines Tages in etwas ganz Erstaunliches verwandeln. Und sei es nur ein glücklicher Mensch.“
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