Buchhandel Die Hintergründe zur Weltbild-Insolvenz

In einer Pressemeldung erklärt das Unternehmen Weltbild, welche Geschäftsbereiche von der Insolvenz betroffen sind und welche Gründe hierfür ausschlaggebend waren.

Die WB D2C Group hat für die Tochtergesellschaft Weltbild GmbH & Co. KG einen Sanierungsprozess im Rahmen einer Insolvenz gestartet. Das Management wolle mit dem Verfahren die notwendigen Schritte für eine grundlegende Sanierung des Unternehmens einleiten. Für Weltbild-Kund:innen ändere sich durch das Verfahren nichts. Das Geschäft werde weiter fortgesetzt.

Die Weltbild GmbH & Co. KG betreibt in Deutschland ein umfangreiches Katalog-basiertes Versandhandelsgeschäft, mit dem heute rund 20 Prozent des Umsatzes der Gruppe erzielt werden. „Das Weltbild-Geschäft ist neben dem Einfluss durch externe weltweite Krisenherde – insbesondere Ukraine und Israel – und damit verbundene Störungen der Lieferketten insbesondere durch immense Kostensteigerungen unter erheblichen Druck geraten. Der Eintritt neuer aggressiver Anbieter aus dem asiatischen Raum hat die ohnehin angespannte Wettbewerbssituation zusätzlich verschärft“, lautet die Begründung der Schieflage des Unternehmens.

Die weiteren Marken und Beteiligungen der WB D2C Group, die für rund 80 Prozent des Gruppenumsatzes stehen, sind von dem Verfahren bei der Tochtergesellschaft Weltbild GmbH & Co. KG nicht betroffen. Hierzu gehören: Orbisana (Gesundheitswelt), tausendkind (Kinderwelt), Gärtner Pötschke (Gartenbedarf), buecher.de (Online Buchhandel), Jokers (Modernes Antiquariat), Paul Valentine (Schmuck & Lifestyle), Fitz & Huxley (Rücksäcke und Taschen), Groundies (Barfußschuhe & Lifestyle), Vamos (Naturläufer), mySWOOOP (ReCommerce), Westfalia (DIY, Werkzeuge) und teNeues (Kunst- und Fotografiebücher). Mit einem wachsenden Jahresumsatz von rund 600 Millionen Euro und über 2.000 Mitarbeitenden möchte die WB D2C Group, ihr „House of Brands“ im Rahmen ihrer Buy-and-Build-Strategie perspektivisch weiter ausbauen, heißt es.

Personelle Entscheidungen

Mit der Anmeldung des Insolvenzverfahrens geht auch ein Wechsel in der Führungsspitze sowohl der WB D2C Group als auch der Weltbild GmbH & Co. KG einher. Christian Sailer (CEO) und Bjoern Minnier (COO) verlassen die Geschäftsführung der WB D2C Group. Christoph Honnefelder und Sami Sagur übernehmen ab sofort die alleinige Führung der WB D2C Group. Stefanie Penck zeichnet ab sofort als alleinige Geschäftsführerin für Weltbild GmbH & Co. KG verantwortlich.

„Die Eckpfeiler für den Erfolg der Weltbild GmbH & Co. KG sind klar“, erklärt Stefanie Penck. „Eine Fokussierung auf das kundenzentrierte Online-Geschäft, der Ausbau profitabler und wachstumsstarker Kategorien, eine signifikante Reduktion der Kosten, die Vereinfachung aller Prozesse und eine komplette Neuausrichtung der IT-Landschaft auf die neue Unternehmensgröße sowie eine fokussierte Marktbearbeitung.“

Christoph Honnefelder, der Ende 2023 in den Konzern kam, ist überzeugt: „Wir sehen in den anderen Marken des Konzerns sehr klar, dass unser Digital First Konzept greift. Das werden wir jetzt auch konsequent für die Weltbild GmbH & Co. KG umsetzen und die Marke über gezielte Inszenierungen wieder auf die Erfolgsspur bringen.“

„Für unseren Kurs haben wir auch die wichtige finanzielle Rückendeckung unseres Gesellschafters, der Droege Group, erhalten“, betont der kürzlich eingetretene Finanzchef Sami Sagur. Ich bin daher überzeugt, dass die Restrukturierung gelingen wird.“