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Bleibt nur der Ausgleich?

„Libro schlittert wohl nun doch in den Ausgleich. Das meldet der Wiener STANDARD: „André Rettberg muss den Hut nehmen. Die Banken wollen im Ausgleich die Weiterführung finanzieren und neue Darlehen von bis zu 500 Mio. S für das laufende Geschäft zur Verfügung stellen. So soll Zeit gewonnen werden, um einen „Retter“ für den Gesamt-Libro oder für Firmenteile zu finden. Dem Vernehmen nach will sich die Grazer Styria (Die Presse, Keine Zeitung) die Libro-Internettochter Lion.cc einverleiben, um ein „Internetportal gegen die Kronen Zeitung“ aufzubauen, wie ein Insider sagte. Für die Amadeus-Filialen soll es deutsche Interessenten geben, freilich erst nach einer weitgehenden Entschuldung im Ausgleich. Der am Mittwoch von der Bietergruppe um YLine-Chef Werner Böhm unternommene letzte Kraftakt wurde zum Flop. Böhm & Co hatten in der Vorwoche die Mehrheit an Libro von den Altaktionären übernommen. Ohne eine Garantie über eine Mrd. S wollten die Banken dem Deal aber nicht zustimmen. Kurz vor dem entscheidenden Bankengipfel um 17 Uhr ließ Böhm verlauten, Verstärkung durch die schweizerische Eurobooks-Gruppe und den ostdeutschen Buch+Kunst-Verlag (siehe Meldung von gestern) bekommen zu haben. So sei die Sanierungs- Milliarde darstellbar. Wahr sei vielmehr, bestätigte Eurobooks-Chef Michael Lechner-Leheneck, dass die Vereinbarung eine 65:35-Teilung zwischen Eurobooks und dem Böhm-Konsortium vorsehe und von Buch+Kunst „nicht die Rede“ war, so Lechner- Leheneck in Genf, während die Banker in Wien noch diskutierten: „Wir dementieren das entschieden. So kann eine funktionierende Ehe nicht entstehen.“ Dabei hatte der YLine-Chef einen simplen Plan: Den Banken wurde ein Konzept vorgelegt, in dem Böhm und sein Partner, der Industrielle Ernst Hofmann, nur noch mit 50 Mio. S beteiligt gewesen wären. Die restlichen 950 Mio. S sollten von der Metro-Tochter Primus-Online, Buch+Kunst sowie Eurobooks kommen. Primus hätte Lion.cc geschnupft, Buch+Kunst die Amadeus-Filialen und Eurobooks sollte die Libro AG übernehmen. Das bestätigte Libro-Verhandler Thomas Scheiner. Dazu Lechner-Leheneck: „Davon wurde uns nichts erzählt.“ Nun fangen alle neun involvierten Banken, bei denen Libro Schulden von 2,3 Mrd. S hat, Libro auf. Die laufenden Gehälter kommen vom Insolvenzentgeltfonds.“

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