Kein schlechter Marketing -Coup, den der juristische Verlag C.H. Beck zum 10. Deutschen EDV-Gerichtstag landete: Vor über 300 interessierten Richtern und Staatsanwälten aus Deutschland und dem benachbarten Ausland präsentierte ausgerechnet (!) der renommierte Staatsrechtler Prof. Dr. Helmut Rüssmann das neue Jura-Portal beck-online. Clou bei der Sache: Rüssmann ist Vorstandsmitglied beim EDV-Gerichtstag, wo man sich zuletzt mit vielfältigen Forderungen zum „free fllow of information“ nicht nur Freunde unter Deutschlands juristischen Verlegern gemacht hat. Dem Beckschen Marketing-Scoop tut dies allerdings keinen Abbruch.
Beck-Wettbewerber Legios (das Jura-Portal der Verlage Heymanns, O. Schmidt und der Verlagsgruppe Handelsblatt) verteilte in Saarbrücken Handzettel. Am 10.10. will Legios „online“ gehen. Dann gibt es auch für kooperationswillige Buchhändler ein sogenanntes „Buchhändlerfrühstück“; wo u.a. Jürgen Wagner von der Buchhandlung Decius Vermarktungstipps geben will, was für Kenner der Szenereie ebenfalls nicht ohne Pikanterie ist: Wagner war in verantwortlicher Tätigkeit bei Beck und bei Otto Schmidt tätig. Ganz zum Schluss: Juris macht ebenfalls Dampf; das frisch privatisierte Saarbrücker Unternehmen (ging bekanntlich an die Holländer SDU) warb kräftig für sein neues „Juris-Web“. So diskutierten zu vorgerückter Stunde die Experten schon darüber, ob Juris sich künftig auch als Verlag betätigen wolle.