Home > ARCHIV > Über die Hälfte der Läden in den roten Zahlen

Über die Hälfte der Läden in den roten Zahlen

Die Studie bezieht sich zwar auf den Buchhandel in der deutschsprachigen Schweiz, dürfte aber von allgemeinem Interesse sein:
Der Betriebsvergleich Buchhandel 1998-2000 zeigt, dass insbesondere mittelgroße Geschäfte nach wie vor unter einer schwierigen Ertragslage leiden. Mit steigender Betriebsgröße nimmt tendenziell die Produktivität und die Bruttomarge zu. Dies ergibt eine im Auftrag des Buchhändler-Verband der deutschsprachigen Schweiz BVDS von der Universität St. Gallen erstellte Studie.
Angespannte Rentabilitätssituation
56% aller Vergleichsbetriebe wiesen in den letzten Geschäftsjahren 1998, 1999 und 2000 ein- oder mehrmals rote Zahlen aus. Nur die Hälfte erreicht im 3-Jahresdurchschnitt eine Eigenkapitalrendite von mehr als 6.7%. Die mittelgroßen Buchhandlungen (3 bis 9 Mitarbeiter bzw. CHF 1 bis 4 Mio. Umsatz) sind statistisch gesehen weniger rentabel als Groß- und Kleinbuchhandlungen. Die Bruttomargen lagen von 1998-2000 stabil zwischen 32.1 und 32.3%. Große Buch-handlungen (über 10 Mitarbeiter bzw. CHF 4 Mio. Umsatz) erzielen klar überdurch-schnittliche Bruttomargen, die Mittelgroßen dagegen können sich von den Kleinen nicht wesentlich abheben.
Produktivität steigt mit Betriebsgröße
Der durchschnittliche Pro-Kopf-Umsatz inkl. Lehrlinge beträgt CHF 285’600 exkl. MWSt im 3-Jahresdurchschnitt, pro Verkaufsmitarbeiter wird im Mittel CHF 500‘700 Umsatz erzielt. Die Arbeitsproduktivität nimmt mit zunehmender Betriebsgröße zu. Der Umsatz pro m2 Verkaufsfläche beträgt im 3-Jahresmitttel CHF 11’683 und nimmt mit steigender Betriebsgröße ebenfalls tendenziell zu.
Zunahme der audiovisuellen Medien
Die Sortimentsstruktur zeigt sich über die letzen 3 Jahre relativ stabil. Sach- und Fachbücher sind die wichtigsten Umsatzträger, gefolgt von Belletristik und Kinder- und Jugendliteratur. Der Anteil der audiovisuellen Medien (CDs, Software, DVD, Hörbücher, Video) weist zwar einen statistisch nachweisbaren Wachstumstrend auf, liegt im Jahr 2000 aber erst bei durchschnittlich 3.0%.
”Clicks and Mortar” auch im Buchhandel
Bereits rund 75% aller Buch-handlungen verfügen über eine Homepage mit Bestellfunktion. Die ”Clicks and Mortar”-Strategie, d.h. die Verbindung von Online-Handel mit stationären Geschäften scheint also auch im Buchhandel immer stärker Fuß zu fassen. Trotz hohen Wachstumsraten beträgt der Internet-Anteil am Gesamtumsatz im Jahr 2000 durchschnittlich erst 2.5%; 1999 hatte er noch bei 1.4% und 1998 bei 0.8% gelegen.
Die Zahlen beruhen auf einem vom Schweizerischen Institut für gewerbliche Wirtschaft an der Universität St. Gallen (IGW) im Auftrag des Buchhändlerverbands der deutschsprachigen Schweiz BVDS durchgeführten Betriebsvergleichs. An der schriftlichen Erhebung im Mai/Juni 2001 nahmen 50 Deutschschweizer Buchhandlungen verschiedenster Größe teil. Die Aussagen des Vergleichs können zwar nicht als repräsentativ für die gesamte Deutschschweizer Buchhandelsbranche bezeichnet werden, da insbesondere die Kleinbuchhandlungen in der Erhebung untervertreten sind. Dennoch ist die Aussagekraft der Zahlen als recht hoch einzuschätzen, da eine breite Abdeckung erreicht wird. Die am Vergleich teilnehmenden Betriebe repräsentieren 11.6% aller Buchhandlungen und 42% des Buchhandelsumsatzes der Deutschschweiz.
Die komplette Studie kann unter folgender Adresse bestellt werden: Buchhändler-Verband der deutschsprachigen Schweiz BVDS, Alderstraße 40, Postfach, CH-8034 Zürich, Tel: 0041-1-42128-00; Fax: -18

Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Anzeige

Wie war Ihr Monat, Thomas Hummitzsch?

„Wie war Ihr Monat?“ fragen wir monatlich Branchenmenschen. Dieses Mal Thomas Hummitzsch, der vom VdÜ – Verband deutschsprachiger Übersetzer/innen literarischer und wissenschaftlicher Werke e. V. mit der Übersetzerbarke 2025 ausgezeichnet wurde.

weiterlesen