Heute hat sich das Münchner Nachrichtenmagazin FOCUS mit einer Presseinfo gegen die neue Erhebungsform der SPIEGEL-Bestsellerlisten zu Wort gemeldet. Hintergrund ist, dass FOCUS drei mal mehr Verkaufsstätten als der Hamburger Mitbewerber erfasst. Hier die Info im Wortlaut:
Ein Vergleich der Bestseller-Listen von „Der Spiegel“ und „FOCUS“ zeigt, dass die Listen des Münchner Nachrichtenmagazins genauer und aktueller sind.
Während die Listen des Hamburger Mitbewerbers – nach eigenen Angaben – nur Basisdaten von rund 200 ausgewählten Buchverkaufsstellen des deutschen Sortimentbuchhandels umfassen, berücksichtigen die FOCUS-Listen repräsentativ mit bis zu 570 Verkaufsstätten und weiteren Distributionskanälen in allen Regionen und Größenordnungen den gesamten deutschen Buchmarkt. Zudem vergrößert sich bei FOCUS die Zahl der teilnehmenden Buchhandlungen fortwährend. Bei den FOCUS-Listen werden alle tatsächlich verkauften Buchtitel erfasst, wohin-gegen sich das Hamburger Nachrichtenmagazin spezielle Auswahlkriterien wie „eigenschöpferi-sche Leistung“ oder den Ausschluss von Nachschlagewerken vorbehält – wobei Ausnahmen von Fall zu Fall „in Absprache mit der ´Spiegel`-Redaktion“ entschieden werden.
FOCUS erstellt seine unabhängigen Listen in Zusammenarbeit mit dem Baden-Badener Institut Media Control bereits seit Anfang des Jahres durch eine vollautomatische elektronische Erhe-bung aus den Warenwirtschaftssystemen der angeschlossenen Outlets. Ein solches System hat „Der Spiegel“ erst im September 2001 vollzogen, zuvor durften die beteiligten Buchhändler jahrelang die Titel einfach in vorgefertigten Vorschlagslisten ankreuzen.
Das Münchner Nachrichtenmagazin ist auch in der Veröffentlichung der erhobenen Daten aktueller als die Hamburger. Beim „Spiegel“ erfolgt der Abruf aus den Buchhandlungen nach Kassen-abschluss am Wochenende und wird erst eine Woche später im Heft veröffentlicht. Hingegen erfolgt der Datenabruf beim FOCUS täglich (einschließlich Sonntag) und wird Samstags aktuell auf FOCUS Online und Montags im Heft veröffentlicht. FOCUS-Redaktionsschluss ist Freitag Nacht.
Die Menge der beteiligten Buchhandlungen und die Aktualität zeigen sich unmittelbar in den Listen. So erscheint im Falle des Autors Bernhard Schlink dessen Krimi „Selbs Mord“ im FOCUS bereits in Ausgabe 37/01 als Neueinstieg auf Platz 16, im „Spiegel“ erst in Ausgabe Nr. 39/01 als Neueinstieg auf Platz 14 – beim FOCUS bereits in der dritten Woche vertreten, nun auf Platz 18.
Auch Henning Mankells neuer Roman „Die Brandmauer“ schaffte es im FOCUS in der Ausgabe 45/01 als Neueinstieg auf Platz 14, im darauffolgenden Heft auf Platz 1. Im „Spiegel“ taucht der Titel erst in der Ausgabe Nr. 46/01 auf.
FOCUS-Chefredakteur Helmut Markwort zu den Bestseller-Listen: „Unsere Währung sind repräsentative Fakten des realen und aktuellen Verkaufs im gesamtdeutschen Buchmarkt. Eine zu geringe Erhebungsmenge kann den Buchmarkt verfälscht darstellen.“