
Autorinnen und Autoren, besonders Archäologen, Studenten der Archäologie und Journalisten, waren im vergangenen Jahr erstmals eingeladen, sich um den »Theiss-Archäologie-Preis« zu bewerben. Dieser gilt Arbeiten, die gleichermaßen wissenschaftlich fundiert wie für Laien verständlich geschrieben sind, um damit die breite Öffentlichkeit für die Themen und Anliegen der Archäologie zu interessieren.
Im November 2002 traten die fachkundigen Juroren – Prof. Dr. Dieter Planck (Vorsitzender des Verbandes der Landesarchäologen), Prof. Dr. Helmut Kyrieleis (Präsident des Deutschen Archäologischen Instituts), Andreas Auth (Geschäftsführender Direktor der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft Darmstadt), Dr. Rainer Redies (Redakteur der Zeitschrift „Archäologie in Deutschland“), Dieter Durchdewald (Geschäftsführer des Theiss Verlags) und Gisela Graichen (Autorin und Filmemacherin beim ZDF) – zusammen, um aus den nicht weniger als 84 eingesandten Beiträgen die Preisträger zu ermitteln.
Nach langer Diskussion fiel das einhellige Urteil: Der mit € 2000,– dotierte Hauptpreis wurde Michael Zick verliehen für seinen Beitrag „Hethiter – die vergessene Weltmacht“, veröffentlicht in „bild der wissenschaft“. In der Begründung der Jury heißt es: „Die Recherche ist sehr fundiert, der Beitrag sehr lebendig geschrieben. Der Adressatenbezug ist deutlich die angestrebte Zielgruppe, nämlich das breite archäologisch interessierte Publikum. Das Fazit der Jury lautet deshalb: Professionell recherchiert, spannend geschrieben und spürbar mit Herzblut bei der Sache – so macht Archäologievermittlung Spaß!“
Die Förderpreise, je € 500,– für bisher unveröffentlichte Beiträge, wurden John Saecker und Dr. Andreas Oettel zugesprochen. „Der Sachverstand und die abwägende Vorgehensweise des jugendlichen Autors“ begründet die Jury ihr Votum für den 16-jährigen Realschüler John Saecker, „haben alle Juroren gleichermaßen beeindruckt und zu dem einstimmigen Urteil geführt, dass der Fleiß, die umsichtige Argumentation und die Begeisterung für archäologische Fragen, die aus dieser Arbeit sprechen, gefördert werden sollen“.
„Gründliche Recherche und lebendige Veranschaulichung des Themas“ werden auch Dr. Andreas Oettel bescheinigt für seinen Beitrag „Roms Grenze im Zweistromland“, der seine Leser an den Euphrat in Ostsyrien führt.
Am 22. Januar 2003 wurden die Preisträger öffentlich ausgezeichnet. Der Hauptpreisträger erhielt eine wertvolle Replik der Hochdorfer Klinenträgerin, die das Württembergische Landesmuseum stiftete. Die Ehrung fand im Rahmen der Ausstellung »Menschen – Zeiten – Räume. Archäologie in Deutschland« statt, die gegenwärtig im Berliner Martin-Gropius-Bau die Ergebnisse eines Vierteljahrhunderts archäologischer Forschung präsentiert. Es sprachen Prof. Dr. Wilfried Menghin vom Museum für Vor- und Frühgeschichte und Prof. Dr. Klaus-Dieter Lehmann, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Der scheidende Präsident des Deutschen Archäologischen Instituts, Prof. Dr. Helmut Kyrieleis, hielt vor namhaftem Publikum aus Wissenschaft, Kultur und Politik die Laudationes.
Foto v.l.n.r.: Dieter Durchdewald (Geschäftsführer des Konrad Theiss Verlags, Stuttgart) , Dr. Andreas Oettel (Förderpreisträger),Gisela Graichen (Jurymitglied und Filmemacherin beim ZDF),Andreas Auth (Jurymitglied und Geschäftsführender Direktor der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft Darmstadt), Michael Zick (Hauptpreisträger und Chef vom Dienst bei „bild der wissenschaft“), John Saecker (Förderpreisträger), Prof. Dr. Dr. Helmut Kyrieleis (Präsident des Deutschen Archäologischen Instituts)