Die Pro-München-Stimmen aus Amerika werden immer lauter: Nachdem bereits die Präsidentin des amerikanischen Verlegerverbandes schriftlich ihre Unterstützung für einen etwaigen Umzug versichert hatte, haben nun auch die Organisatoren des amerikanischen Gemeinschaftsstandes, Jon Malinowski und Janet Fritsch, sich in einem Brief an Deutschlands jetzt wohl bekanntesten Buchmacher Volker Neumann gewandt.
Eine von ihnen durchgeführte Umfrage unter ihren Ausstellern
ergab ein eindeutiges Meinungsbild: „Der Konsens der Verlage,
die sich am amerikanischen Gemeinschaftsstand bei der
Frankfurter Buchmesse beteiligen, ist ‚Let’s go to Munich!‘
.. – wenn die Kosten dort stabil gehalten und die Hotels
flexibel sein können, wäre es dämlich nicht dorthin zu
gehen.“, schreibt Malinowski – und stützt diese Aussage
eindrucksvoll mit mehr als zwei Dutzend Statements, die er
unter den amerikanischen Verlegern gesammelt hat.
„Ich befürworte den Wechsel … die Kosten sind nicht mehr
angemessen, weil Frankfurt glaubt, sie besitzen die Messe…
etwas Wettbewerb täte sehr gut.“, meint etwa Chris Capen von
Tehabi Books. Trotz vereinzelt geäußerter Bedenken über die
Quantität der Flugverbindungen nach München oder
Unsicherheiten über eine geeignete Infrastruktur rund um das
junge Münchner Messeareal sind die Befragten wegen des
schlagenden Kostenarguments offensichtlich bereit zu einem
Wechsel nach München.
Auch die Stadt Frankfurt selbst bekommt von den Amerikanern
eher Schelte als Zuspruch: Von Aussagen wie „Ich habe
Frankfurt satt“ bis hinzu klare Präferenzen für die
bayerische Hauptstadt, die laut Mike Crisp von Crisp
Publications, was Restaurants, Hotels usw. beträfe, weit mehr
biete als Frankfurt, reichen die Kommentare. Ein Votum gegen
den Weggang von Frankfurt gab es allerdings: „Warum in Gottes
Namen sollte man eine so schöne Stadt wie München mit
Verlegern ruinieren?“, fragt Ed Cimino von CPG Dist. & Pub..